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Impfdurchbrüche: 10 % auf Intensivstationen sind komplett geimpft

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Von Euronews mit dpa
Auf einer Intensivstation in Gera in Deutschland
Auf einer Intensivstation in Gera in Deutschland   -   Copyright  Bodo Schackow/(c) dpa-zentralbild
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Der Anteil der schwer an Covid-19 erkrankten Patientinnen und Patienten, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen, obwohl sie komplett geimpft sind, hat sich in den vergangenen Wochen deutlich erhöht.

Aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts geht hervor, dass zwischen August und Ende September etwa 10 Prozent aller auf Covid-19-Intensivstationen vollständig geimpft waren. Von Mitte August bis Mitte September waren 1186 Corona-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen, bei 119 davon gingen die Ärztinnen und Ärzte von einem Impfdurchbruch aus.

In den Monaten zuvor waren nur etwa 1 Prozent auf Intensivstationen komplett geimpft. Das RKI meint, die Zunahme liege daran, dass immer mehr Menschen geimpft seien.

Im letzten Wochenbericht des RKI heißt es auch: "Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der nicht oder nur einmal geimpften Bevölkerung in Deutschland insgesamt weiterhin als hoch ein. Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als moderat eingeschätzt. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern."

Insgesamt 67.661 wahrscheinliche Impfdurchbrüche wurden dem RKI bis Anfang Oktober 2021 gemeldet, davon 44.705 nach einer abgeschlossenen Impfserie mit Comirnaty (BioNTech/Pfizer), 9.858 mit Janssen (Johnson & Johnson), 5.047 mit Vaxzevria (AstraZeneca), 3.149 mit Spikevax (Moderna), 2.949 mit einer Kombination Vaxzevria/Comirnaty und 538 mit einer Kombination Vaxzevria/Spikevax. Die beiden letztgenannten Kombinationen werden umgangssprachlich auch als "Kreuzimpfungen“ bezeichnet. Bei weiteren 1.415 Impfdurchbrüchen konnten die Impfstoffe nicht bestimmt werden.

Welche Impfstoffe werden in Deutschland jetzt verimpft?

Laut Wochenbericht des Robert Koch-Institut sind von den bis einschließlich 03.10.2021 ausgelieferten Impfstoffdosen bis zum 05.10.2021 insgesamt 90 % verimpft worden. Für die jeweiligen Impfstoffe lag der Anteil bei 94 % für Comirnaty (BioNTech/Pfizer), 75 % für Spikevax (Moderna), 88 % für Vaxzevria (AstraZeneca) und 71 % für Janssen (Johnson & Johnson). Diese vier Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen.

Zuerst Johnson&Johnson in der Kritik

Wegen einer steigenden Zahl von Impfdurchbrüchen war schon vor Wochen der Impfstoff von Johnson&Johnson in die Kritik geraten. Besonders Risikopatientinnen und -patienten wurde zu einer Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff geraten.

Das Vakzin von Johnson-&-Johnson ist der einzige bisher in der EU zugelassene Corona-Impfstoff, bei dem es laut EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nur eine Dosis braucht.

Nach dieser Impfung dauere es länger als nach den mRNA-Impfungen, bis sich ausreichend Antikörper gebildet hätten, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie Mitte September. "Teilweise steigen die Spiegel mehr als einen Monat nach der Impfung noch an."

Da die Antikörperspiegel deutlich unterhalb derer lägen, die durch die anderen Impfstoffe erzeugt werden, scheine der Schutz vor einer Corona-Infektion nach der Janssen-Impfung also deutlich schlechter, meinte Watzl. Vor einer schweren Corona-Erkrankung schütze das Vakzin aber sehr wohl.

Eine Sprecherin des Pharmakonzerns Johnson&Johnson erklärte , dass kein Corona-Impfstoff Infektionen zu 100 Prozent verhindern könne. "Unser zugelassener Covid-19-Impfstoff als Einmaldosis kann jedoch nachweislich dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu verringern und schwere Verläufe zu vermeiden", betonte sie. Für die Einmal-Dosis-Impfung von Johnson-&-Johnson wiesen Daten auf eine robuste und langanhaltende Wirkung über einen Zeitraum von bisher gemessenen acht Monaten hin – auch gegen Delta und andere Virus-Varianten.