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Unter Querdenkern? Mitarbeiterin der Berliner Justiz half Attila Hildmann

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Von Euronews  mit AFP, ARD, Spiegel
Verschwörungserzähler Attila Hildmann - Sommer 2020
Verschwörungserzähler Attila Hildmann - Sommer 2020   -   Copyright  STEFANIE LOOS/AFP

Der Skandal schlägt inzwischen auch international Wellen: Der Verbreiter von Verschwörungstheorien und Hassreden, der Vegankoch Attila Hildmann ist offenbar von einer Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft in Berlin über die Ermittlungen gegen ihn informiert worden. Die 32-Jährige, die auch an Protesten der sogenannten "Querdenker" gegen die Coronaregeln teilgenommen haben soll, wurde inziwschen entlassen. Die Behörden haben bestätigt, dass es einen Maulwurf gab. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin sagte, dass gegen eine Ex-Angestellte aus der IT-Abteilung wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses und versuchter Strafvereitelung ermittelt werde.

Dem SPIEGEL liegen einzelne Nachrichten, die die Frau an Hildmann geschickt hat, anscheinend im Wortlaut vor: »Guten Morgen, Ich hab dir zusammengestellt, was bisher bei den Staatsanwaltschaften auf dich eingetragen ist.« soll sie im November 2020 an den wegen antisemitischer Hetze ins Visier der Ermittlungen Geratenen geschrieben haben. Im Dezember war der Betreiber eines Telegram-Kanals für Coronaleugner aus Deutschland verschwunden. Hildmann soll sich in die Türkei abgesetzt haben.

Über den Vorfall berichtete zuerst das ARD-Magazin Kontraste.

Berlins Justizsenator Dirk Berendt (Grüne) schreibt auf Twitter: "Einen vergleichbaren Fall hat es in der Berliner Justiz nach meiner Erinnerung noch nicht gegeben. Neben den strafrechtlichen Konsequenzen für die ehemalige Mitarbeiterin hat die Generalstaatsanwältin bereits Maßnahmen erarbeitet, wie der Zugriff auf die Verfahren in der Behörden erschwert und besser protokolliert wird. Ein solcher Vorgang darf sich nicht wiederholen."