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Lage an EU-Außengrenze spitzt sich zu: "Alle wollen nach Deutschland"

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Von Euronews mit AP, dpa
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Lage an EU-Außengrenze spitzt sich zu: "Alle wollen nach Deutschland"
Copyright  Leonid Shcheglov/BelTA

An der Grenze zwischen Polen und Belarus bleibt die Lage unübersichtlich, nachdem sich dort Tausende Menschen versammelt haben und in Richtung Westen drängen.

Nach polnischen Angaben bewegt sich eine große Gruppe belarussischer Sicherheitskräfte in Richtung des zentralen Versammlungsplatzes der Geflüchteten. Das Außenministerium in Minsk warnte Polen vor Provokationen.

Bereits am Montag hatten mehrere Gruppen versucht, die Grenze nach Polen teils mit Gewalt zu überwinden.

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki besuchte vor Ort die Sicherheitskräfte, die für den Grenzschutz im Einsatz sind. Der Regierungschef bedankte sich für den "schweren Dienst."

Lawrow dreht Spieß um

In Moskau äußerte sich der russische Außenminister Sergej Lawrow zu der angespannten Lage. Er forderte die EU zur Unterstützung des russischen Verbündeten Belarus in der Migrantenkrise auf - nach dem Vorbild des Migrationspakts zwischen der EU und Türkei.

Lawrow stellte fest:_ "Die Hauptverantwortung für die Lösung der Migrantenkrise liegt jetzt bei denjenigen, die die Bedingungen für den Ausbruch dieser Krise geschaffen haben. Das zweite Argument ist, dass es notwendig ist, doppelte Herangehensweisen zu vermeiden. Man kann nicht unterschiedliche Standards für, sagen wir, Italien und Polen anwenden."_

Die Migranten versuchten auch an diesem Dienstag mit allen verfügbaren Mitteln, Material wie Baumstämme für die Überwindung der schwer gesicherten Grenzanlagen herbeizuschaffen. Polnische Grenzschützer beschränken sich bislang offenbar auf den Einsatz von Tränengas, um die Menschen auf Distanz zu halten.

"Wir werden nach Deutschland gehen"

Ein Migrant unbekannter Herkunft stellte klar:_ "Wir wollen nicht nach Polen. Wir werden nach Deutschland gehen. Nicht nach Polen. Ob Babys oder Frauen: Alle wollen nach Deutschland."_

Das deutsche Innenministerium forderte eine gemeinsame EU-Lösung der Migrantenkrise im Grenzgebiet.

Im Moment ist unklar, welche Rolle das Großaufgebot belarussischer Sicherheitskräfte einnehmen wird. Polen und die EU werfen dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko vor, die Menschen gezielt einfliegen und zur Grenze eskortieren zu lassen. Die meisten der Menschen stammen offenbar aus Krisenländern wie Syrien und Irak.