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Super Mario und der Draghi-Effekt in Italien: Was ist dran?

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Von Giorgia Orlandi
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Mario Draghi im Dezember 2021 in Rom
Mario Draghi im Dezember 2021 in Rom   -   Copyright  Domenico Stinellis/AP

Nicht alles ist gut, aber vieles ist besser: Italiens Regierungschef Mario Draghi hat dem Land wieder Stabilität gegeben, den Italienern wieder Selbstvertrauen. Es sieht so aus, als ob die politische Instabilität und der wirtschaftliche Niedergang Italiens der Vergangenh eit angehörten. Das nennen die Menschen hier den Draghi-Effekt. Doch was wird, sollte Draghi zurücktreten, damit er italienischer Präsident werden kann. Und gibt es ihn überhaupt, den Draghi-Effekt? Darüber sind sich die Menschen, die wir in Rom und Venedig befragten, nicht einig.

Ein Mann meint: "Wenn Draghi geht, wird es in der Politik wieder zugehen wie früher. Parteienstreit, und Rechtsaußen will auch noch mitmischen."

Eine Frau erklärt: "Das kommende Jahr wird schwierig werden, aber wir sind optimistischer. Viele Dinge haben sich verbessert. Viel hängt davon ab, ob Draghi als Regierungschef bleibt. Ich glaube, die internationale Gemeinschaft ist mit Draghi auch sehr zufrieden. Wir schneiden seinetwegen international gut ab."

Ein Mann sagt: “Das ist alles aufgebauscht. Ein Draghi-Effekt existiert nicht, hat nie existiert. Die Medien haben das erfunden, und was viele sich erhofften, ist doch nicht eingetreten."

Super-Mario, wie Draghi auch genannt wird, ist 74 Jahre alt. Der Ex-Chef der Europäischen Zentralbank kam im Februar ins Amt. Die italienische Wirtschaft wuchs mit Hilfe von Reformen und Zahlungen aus dem EU-Hilfsfonds. Draghi hat auch dazu beigetragen, dass Italiens Impfrate eine der höchsten in Europa ist. Doch ein Wunder konnte Draghi natürlich bei der Coronavirus-Pandemie auch nicht bewirken.

Ein älterer Herr sagt: "Bis wir das Covid-Problem gelöst haben, da müssen wir uns schon noch eine Weile gedulden." Und eine junge Frau meint: "Wir sind ein Land, das sich viel um die Alten kümmert. Man sollte auch an die jungen Menschen denken. Ich würde gerne mehr Möglichkeiten für junge Menschen sehen."

Ob die Italiener wirklich dank Draghi optimistischer in die Zukunft blicken, wer weiß. Eines ist jedoch sicher: es wäre wünschenswert, dass, wer auch immer auf Mario Draghi folgen wird, seine Reformen weiter fortsetzt, - dass die Reformen korrekt umgesetzt werden, die die jetzige Regierung auf den Weg gebracht hat. Viele sehen darin eine Chance, die man nicht verschenken darf, für die Wirtschaft des Landes.