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Epstein-Skandal: Kommt es zum Missbrauchsverfahren gegen Prinz Andrew?

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Von Andrea Buring  mit dpa
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Prinz Andrew beim Besuch eines Gottesdienstes in Windsor, 11. April 2021.
Prinz Andrew beim Besuch eines Gottesdienstes in Windsor, 11. April 2021.   -   Copyright  STEVE PARSONS/AFP

Er zieht alle Register, um eine Klage wegen sexuellen Missbrauchs in letzter Minute abzuwenden. Doch der Ruf von "Randy Andy" (geiler Andy), wie der zweitälteste Sohn der Queen in Großbritannien auch genannt wird, ist stark angekratzt. 

Schlechte Presse

Es geht um Missbrauchsvorwürfe gegen den Royal, dem derzeit eine Klage vor einem New Yorker Gericht droht. 

Mehrere britische Zeitungen hatten den Herzog von York, wie Andrews offizieller Titel lautet, auf ihren Titelseiten abgebildet. "Der letzte Schachzug des Herzogs", titelte "Metro". Das Boulevardblatt "Sun" bezeichnete eine Anhörung am Dienstag in New York vor Gericht als "D-Day für Andrew".

Viele Menschen in Windsor haben sich bereits ihre Meinung gebildet.

Vielleicht musste es mal so weit kommen.
Chrissie Simons
Lehrerin

Die Lehrerin Chrissie Simons meint, "es sieht nicht gut aus, nicht war? Es sieht so aus, als ob die Sache noch nicht abgeschlossen ist. Und vielleicht musste es mal so weit kommen."

Kit Mackenzie, der in den Medien arbeitet, wertet den drohenden Prozess als gutes Zeichen, da "niemand über dem Gesetz steht. Niemand kann komplett anonym bleiben, selbst nicht jemand mit seiner Macht. Klar, es handelt sich um eine Einigung, die vor einer langen Zeit getroffen wurde, vor einem anderen Hintergrund und zu einer anderen Zeit. Ich frage mich, ob so eine Einigung heutzutage überhaupt noch möglich wäre, nach all den Veränderungen in unserer Gesellschaft." Damit meint er die Enthüllungswelle um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, der seine Position gegenüber jungen Schauspielerinnen ausgenutzt und diese sexuell genötigt haben soll. 

Drohender Prozess

Im Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein  wird ein US-Gericht wird in Kürze entscheiden, ob ein Zivilverfahren wegen sexueller Nötigung gegen den Royal noch abgewiesen wird.

Der ließ über seinen Anwalt vermelden, dass er durch eine außergerichtliche Einigung geschützt sei. Der Deal sollte nach Ansicht von Andrews Anwälten allen weiteren Klagen einen Riegel vorschieben.

Dieser wurde 2009 zwischen Epstein und der Klägerin Virginia Giuffre getroffen. Doch nach Meinung der Klägerin darf der Vergleich nicht in Betracht gezogen werden. Dieser sei in Florida zwischen Epstein und Giuffre auf Basis konkreter Vorwürfe getroffen worden. Andrew falle nicht in die juristische Zuständigkeit von Gerichten in Florida - und er habe Giuffre auf andere Art als in dem Vergleich erwähnt misshandelt. Daher sei die außergerichtliche Einigung nichtig.

Giuffre beschuldigt den Prinzen, mit ihr 2001 Geschlechtsverkehr gehabt zu haben - erzwungen durch Epstein und dessen Parnterin Ghislaine Maxwell. Maxwell wurde in der vergangenen Woche zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Epstein entging seiner drohenden Strafe, indem er 2019 tot in seiner Zelle in einem New Yorker Gefängnis aufgefunden wurde.