Neue Gewalt in Kasachstan - russische Truppen sind im Land eingetroffen

Neue Gewalt in Kasachstan - russische Truppen sind im Land eingetroffen
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Von Andrea Büring
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Nachdem der kasachische Präsident im Kampf gegen die Demonstranten Unterstützung aus Moskau angefordert hat, wird sich seine Abhängigkeit von Russland vergrößern, vermutet ein russischer Politikwissenschaftler.

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Nach heftigen Krawallen in der kasachischen Metropole Almaty sind erste Verfahren gegen Demonstrierende eingeleitet worden. Schlimmstenfalls droht eine lebenslange Gefängnisstrafe. 2.000 Menschen wurden festgenommen.

Hilfe aus Moskau

Russische Soldaten, um die der kasachische Präsident Kassym-Jomart Tokajew zur Unterstützung gebeten hat, trafen im Land ein. Auf den Straßen von Almaty kam es wiederholt zu Kämpfen. An den Straßenrändern standen ausgebrannte Fahrzeuge. Mehrere Gebäude waren zerstört.

Damit reagierte die kasachische Regierung auf die teils gewaltsamen Proteste, die sich an steigenden Treibstoffpreisen entzündet hatten.

Höhere Gaspreise

In der Silvesternacht war der Preis für flüssiges Gas erneut erhöht worden. Dies wird vor allem im Westen des Landes als Treibstoff für Autos verwendet. Tausende Menschen zogen daraufhin auf die Straße, weil sie die Preiserhöhungen in einem Land mit reichen Energiereserven als unfair ansehen.

Ein Verwaltungsgebäude wurde gestürmt. Die Menschen demonstrierten auch gegen die autoritäre Regierung, der sie Korruption und Machtmissbrauch vorwerfen.

Tokajew wird einen hohen Preis zahlen - mit Folgen für seine Staatssouveränität. Er wird stärker von Russland abhängig sein.
Dmitry Oreshkin,
politischer Beobachter

Ein russischer politischer Beobachter, Dmitry Oreshkin, erklärt, "Tokajew wird sich mit Hilfe von Fallschirmjägern und Sicherheitskräften aus Russland an der Macht halten. Doch er wird dafür einen hohen Preis zahlen - mit Folgen für seine Staatssouveränität. Er wird stärker von Russland abhängig sein, selbst im Vergleich zu seinem Vorgänger Nursultan Nasarbajew. Wladimir Putin wird sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen."

Ausnahmezustand

Als Reaktion auf die Proteste verhängte Tokajew den Notstand und entließ die gesamte Regierung. Er setzte das Militär gegen die Demonstrierenden ein. Dutzende Menschen starben und mehr als 1.000 weitere wurden verletzt, 400 von ihnen wurden in Krankenhäusern behandelt. Zwei Polizisten wurden geköpft.

Aus dem russischen Außenministerium verlautete, die Unruhen seien ein Versuch aus dem Ausland, die Sicherheit und Stabilität Kasachstans zu untergraben.

Kasachstan galt lang als die stabilste Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien. Das ressourcenreiche Land macht derzeit die größte politische Krise seit Jahrzehnten durch.

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