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Fünf Jahre Hamburger Elbphilharmonie: Zwischen Größenwahn und Schwärmerei

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Von euronews
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Die Elbphilharmonie im Sommer 2017
Die Elbphilharmonie im Sommer 2017   -   Copyright  Matthias Schrader/AP

Mit einer Festwoche begeht Hamburg den fünften Jahrestag der Elbphilharmonie-Eröffnung. Die Konzerthalle am Kaiserkai war bereits vor ihrer Fertigstellung umstritten, unter anderem aufgrund der Baukosten, die die ursprüngliche Veranschlagung um das Zehnfache überstiegen und bei mehr als 800 Millionen Euro lagen. Der Hansestadt wurde Größenwahn vorgeworfen. Und heute?

Ein deutsches Wahrzeichen?

Carsten Brosda, der Hamburger Senator der Behörde für Kultur und Medien, sagt: „Bilder Deutschlands in der Welt: Früher waren da Fotos von Neuschwanstein, vom Brandenburger Tor und vom Kölner Dom. Damit ist ein Bericht über Deutschland illustriert worden. Da taucht jetzt regelhaft die Elbphilharmonie auf. Das ist schön, weil es ein Gebäude im Norden ist, weil es ein Gebäude aus dem 21. Jahrhundert ist, das in einer Demokratie entstanden ist und ein Gebäude der Kultur ist. Das unterscheidet sich von allen drei anderen Häusern doch schon erheblich.“

Insgesamt rund drei Millionen Menschen haben seit der Eröffnung 2500 Veranstaltungen in der Elbphilharmonie besucht.

Die Musikwelt schwärmt

Kent Nagano, Hamburgischer Generalmusikdirektor und Chefdirigent, erläutert: „Wir sehen für uns eine wunderbare Mischung jetzt von allen Altern: Junge, erfahrene Leute. Leute, die zum ersten Mal kommen. In jedem Konzert kriegen wir neues Publikum."

Und die Geigerin Anne-Sophie Mutter meint: „Man sagt ja: Liebe macht blind. Und ich liebe diesen Saal. Aber liebe macht nicht taub. Und als Musiker schätze ich gerade diese Sensibilität des Raumes, der wirklich alles überträgt und sehr plastisch darstellt."

Als die Elbphilharmonie vor fünf Jahren eingeweiht wurde, war alles da, was in der deutschen Bundespolitik Rang und Namen hat - Gastgeber und Erster Bürgermeister Hamburgs damals: der heutige Bundeskanzler Olaf Scholz.