Der Winter hat an diesem Wochenende nicht nur den Norden Deutschlands fest im Griff. Nirgendwo steigen die Temperaturen an diesem Sonntag über die Null-Grad-Grenze, doch nicht überall ist und bleibt es gleich kalt.
An diesem Wochenende packen viele Familien in Deutschland die Schlitten zum ersten Mal seit Jahren wieder aus oder gehen trotz eisiger Temperaturen in der Sonne spazieren. Extrem kalt mit Temperaturen von bis zu minus 15 Grad ist es in Berlin, aber auch im Berchtesgadener Land.
Besonders im Süden Deutschlands fällt Sonnenschein auf den Schnee, in Berlin können Kinder schon seit Tagen wieder rodeln.
In Süddeutschland konnten sich auch Zugreisende über Blicke auf verschneite Landschaft freuen.
Viele Menschen blieben aber auch einfach zu Hause - mit Blick auf den verschneiten Garten.
Doch in Norddeutschland sind tausende Zugreisende während Wintersturm Elli in Hannover oder Hamburg gestrandet. Sie mussten teilweise in Zügen übernachten - und der Bahnverkeher lief nur sehr schleppend wieder an.
Weiterhin Probleme bei der Deutschen Bahn
Doch auch nach dem Durchzug von Sturm Elli warnt die Deutsche Bahn: "Der Fernverkehr im Norden Deutschlands ist auf allen Hauptstrecken wieder angelaufen. Allerdings ist weiterhin nur ein reduziertes Angebot möglich. Es kann zu Ausfällen und Teilausfällen kommen. Im Nahverkehr Schleswig-Holsteins und Niedersachsens bestehen noch größere Einschränkungen. Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können."
Gar nichts geht laut DB an diesem Sonntag zwischen Westerland und Hamburg, zwischen Norddeich/Emden und Hannover/NRW sowie zwischen Hamburg/Berlin und Rostock/Binz.
Auf den Strecken Hannover - Frankfurt/Würzburg, Wolfsburg - Berlin und Köln-Frankfurt müssen Reisende mit Problemen und Verspätungen rechnen.
Kann Deutschland keinen Winter mehr?
Der kälteste und längste Winter seit 50 Jahren in Deutschland und in ganz Mitteleuropa war der Winter 1962/63. Damals waren die Flüsse wie der Rhein bei Köln, die Rhône und die Seine in Frankreich komplett vereist, auf dem IJsselmeer in den Niederlanden schwammen Eisberge. Der Bodensee war von Januar bis März 1963 bis zu 60 cm tief zugefroren.
Wie Zeitzeugen anmerken, fuhren aber auch während der besonders strengen Winter in den 60er und 70er Jahren weiterhin die Züge.
Doch 5 Zentimeter Schnee haben in der vergangenen Woche Hamburg komplett lahmgelegt, auch wichtige Verkehrsachsen wurden offenbar stundenland nicht freigeräumt. Mathieu von Rohr spricht im Spiegel von "Schneehysterie" und von Politikversagen, weil Deutschland auf Winter einfach nicht mehr vorbereitet sei.
Flashmob der Schneemänner in Hamburg
Aber es gibt sie doch, die kleinen freudigen Momente - trotz der Kälte sogar in Hamburg.
An der Alster und an mehreren Brücken veranstalteten die Menschen Schneemänner-Flashmobs - mit ganz besonders liebevoll aussehenden Kreationen.
Ein Mann mit zu viel negativer Energie hatte die kunstvoll erstellten Figuren zunächst zerstört, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Aber das inspirierte viele Menschen dazu, neue Schneemänner zu bauen.
Nur ganz im Süden Deutschlands sowie im Norden und im Osten sollte es in den kommenden Tagen eisig bleiben. In der Mitte liegen die Temperaturen spätestens ab Dienstag wieder bei 2 bis 10 Grad.