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Not in Afghanistan: Hungernde verkaufen ihre Niere

Eine Krankenschwester überprüft das Gewicht eines kleinen Mädchens. Die UN schätzen, dass im laufenden Jahr fast 4 Millionen Kinder an Unterernährung leiden werden.
Eine Krankenschwester überprüft das Gewicht eines kleinen Mädchens. Die UN schätzen, dass im laufenden Jahr fast 4 Millionen Kinder an Unterernährung leiden werden. Copyright Mstyslav Chernov Associated Press
Copyright Mstyslav Chernov Associated Press
Von euronews
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Mit den Taliban an der Regierung bleiben die internationalen Hilfsgelder aus. Die Folgen für die Bevölkerung sind dramatisch.

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Mit dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan hat sich die Not im Land deutlich verschlimmert. Ausländische Hilfsgelder, die zuvor einen Großteil der Staatsausgaben finanzierten, wurden eingestellt. Die Zahl der Hungernden ist dramatisch gestiegen. In ihrer Verzweiflung verkaufen viele Menschen eine Niere.

Damit riskieren sie langfristig Gesundheitsprobleme, so der Internist Nasir Ahmad aus dem Afghan Aria Krankenhaus in Herat. In Afghanistan sei es sonst nicht üblich, eine Niere zu spenden. Die meisten Menschen würden sich aus wirtschaftlicher Not dazu entscheiden. Eine Niere sei zwischen 200.000 und 400.000 Afghani wert, umgerechnet etwa zwischen 1000 und 3000 Euro.

UN: Bisher größter Spendenaufruf für ein einzelnes Land

Ghulam Hazrat aus dem Dorf Qudoosabad in der Provinz Herat hat für knapp 2000 Euro eine Niere verkauft: "Ich konnte einfach nicht betteln gehen, also habe ich beschlossen, ins Krankenhaus zu gehen und meine Niere zu verkaufen, so dass ich meine Kinder zumindest für eine Weile ernähren kann."

Der Arzt hat Hazrat ein Jahr Ruhe verschrieben und gesagt, er solle nicht schwer arbeiten. Aber wie es weitergeht, wenn das Geld verbraucht ist, weiß der 40-Jährige nicht.

Laut UN sind über 20 Millionen Afghaninnen und Afghanen auf Hilfe angewiesen. Um sie zu versorgen, brauche man diesem Jahr rund vier Milliarden Euro an Spenden - dies sei der bisher größte Spendenaufruf für ein einzelnes Land.

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