Rotterdam: Anwohner gehen gegen "Fracking" auf die Barrikaden

Rotterdam: Anwohner gehen gegen "Fracking" auf die Barrikaden
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Von Euronews
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Die niederländischen Öl- und Gasfirma NAM will ihre Förderlizenz im Süden von Rotterdam verlängern. Den Anwohner:innen ist das ein Dorn im Auge.

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Seit mehr als 30 Jahren wird unter Charlois, im Süden von Rotterdam, Öl gefördert. Nun will die niederländische Öl- und Gasfirma NAM ihre Förderlizenz bis 2050 verlängern, die vorsieht, gegebenenfalls von umstrittenen Fördermethoden wie dem "Fracking" Gebrauch zu machen.

Das ist den Anwohner:innen ein Dorn im Auge. Sie haben Unterschriften gesammelt, um gegen die Öl- und Gasförderung vorzugehen. Eine Anwohnerin des Viertels erklärt: "Besonders weil es daran erinnert, was in Groningen passiert ist. Man vergleicht die Ölförderung in Rotterdam mit Groningen. Als Anwohner frage ich mich welche Auswirkungen es auf mich haben wird."

"Fracking" bezeichnet ein Verfahren, mit dem Erdgas aus undurchlässigem Gestein lösen lässt. Dazu muss neben einer Bohrung ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand oder Keramikkügelchen und diversen Chemikalien mit Hochdruck in das Gestein gepresst werden.

Durch den enormen Druck wird es gesprengt - und lässt das Gas austreten. Die Chemikalien und Festkörper sorgen dafür, dass die entstandenen Risse offen bleiben. Allerdings sind mehrere dieser eingebrachten Chemikalien giftig. Gelangen sie durch ein Leck ins Grundwasser, steht die Gesundheit der Anwohner:innen auf dem Spiel.

Arno Bonte, stellvertretender Bürgermeister für Nachhaltigkeit, Luftqualität und Energiewende in Rotterdam fügt hinzu: "Man will den Boden nicht mit Chemikalien belasten. Das steht im direkten Widerspruch zu den Klimazielen, die wir uns gesetzt haben. Wir wollen weniger Öl und Gas verbrauchen, nicht mehr."

Der Öl- und Gasfirma NAM zufolge ist eine gravierende Bodenabsenkung unwahrscheinlich, sie geht davon aus, dass diese maximal zwei Zentimeter betragen wird. So hat sich in den vergangenen 35 Jahren der Boden um fünf Zentimeter abgesenkt. Auch das Risiko von Erdbeben als Folge der Ölförderung, wie in Groningen schätzt die Firma als "sehr gering" ein.

Das letzte Wort hat nun das niederländische Wirtschaftsministerium.

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