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Leben an der Front in Irpin: Deshalb wollen die Menschen bleiben

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Von Euronews
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Leben an der Front in Irpin: Deshalb wollen die Menschen bleiben
Copyright  Efrem Lukatsky/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

In der Geisterstadt Irpin, einem Vorort von Kiew, haben ein paar Menschen beschlossen zu bleiben, um sich um die zurückgelassenen älteren Menschen und streunenden Tiere zu kümmern. Dort an der Frontline haben seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine einige der schlimmsten Kämpfe stattgefunden.

"Hier ist niemand mehr. Wir sammeln die zurückgelassenen Tiere ein und füttern sie. Da, wo ich wohne, gibt es Essen und eine Feuerstelle.", sagt Irina Moprezova, die zu den wenigen gehört, die geblieben sind.

Die Frau, Mitte fünfzig, läuft durch eine Straße mit Einfamilienhäusern und Gärten und zeigt auf einige Grundstück. "Ich kann einfach nicht verstehen, warum man das alles zerstört. Dort drüben war niemand mehr, die sind schon früher weggegangen. In diesem Teil des Hauses waren noch Leute, aber Gott sei Dank waren sie gerade draußen, 15 Minuten später sind sie auch geflohen."

Irina Moprezova besucht den 84-jährigen Rentner Mykola Karpovych in einer dörflich anmutenden Gegend von Irpin. Auch er ist hier geblieben. "Weggehen? Wohin soll ich gehen? Sollen wir nach Kiew gehen? Ich werde nirgendwo hingehen, was passiert, passiert. Ich bin zu alt."

Vitaliy Karpovych, ebenfalls Rentner, wohnt in einem urbaneren Teil Irpins mit mehrstöckigen Gebäuden. "In dieser Nacht hat es viele Bombenangriffe gegeben. Ich hatte gehofft, dass sich die Front von uns in Irpin wegbewegen würde, deshalb haben wir beschlossen zu bleiben. Aber jetzt, nach diesem Bombardement, ist es unerträglich."

Die, die geblieben sind, haben Wasser, müssen aber Holz verbrennen, um sich warm zu halten, Strom gibt es nicht. Es ist unklar, wie lange sie noch bleiben können.