Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Staatsgeheimnis der alten BRD: Der Atombunker mit D-Mark-Reserven in Millardenhöhe

Access to the comments Kommentare
Von euronews
euronews_icons_loading
Ein Lagerraum mit D-Mark-Kisten
Ein Lagerraum mit D-Mark-Kisten   -   Copyright  INA FASSBENDER/AFP

Nur wenige Eingeweihte waren auf dem Laufenden, es handelte sich um ein streng gehütetes Geheimnis der alten Bundesrepublik Deutschland, über das laut Aktenlage selbst die Staatssicherheit der DDR nicht Bescheid wusste.

In einem Bunker in Cochem an der Mosel wurden in der Hochzeit des Kalten Krieges ab Mitte der 1960er Jahre Banknoten im Wert von 15 Milliarden D-Mark und zusätzlich elf Milliarden in einer Ersatzwährung bereitgehalten.

BBK2: D-Mark-Ersatzserie für den Fall der Fälle

Petra Reuter, die heutige Besitzerin des Bunkers, erläutert: „Hier lagerte Geld bis unter die Decke - die Ersatzserie, die BBK2 - in Kartons jeweils zu Zehnern, Zwanzigern, Fünfzigern oder Hunderten. Für alle Fälle, um dann eben die Währung, die geltende D-Mark, auszutauschen. (...) Die Vorderseite: Fast ähnlich. Die Rückseite aber komplett anders gestaltet, um sie eben aus zehn Metern Entfernung direkt unterscheiden zu können“, sagt sie.

INA FASSBENDER/AFP
D-Mark-Schein im Vergleich zur ErsatzwährungINA FASSBENDER/AFP

Getarnt durch Schulungsheim

Der Währungsaustausch hätte laut Notfallanordnung der Bundesbank innerhalb von gerade einmal zwei Wochen umgesetzt werden sollen, zum Beispiel bei groß angelegter Sabotage durch eingeschleustes Falschgeld im Falle eines Atomkrieges, den die Bundesregierung in Bonn fürchtete. Getarnt war der Bunker durch ein Schulungsheim der Bundesbank.

„Man hat sich dieses Grundstück gewählt, weil es im Hang liegt. Und man hat gedacht: Bei einem atomaren Anschlag geht die Druckwelle über das Tal hinweg und schützt so den Bunker“, so Reuter.

Heute ist die Anlage ein Museum. Die Inneneinrichtung ist erhalten geblieben: Fernschreiber und Telefonanlage inbegriffen, die im Falle eines Atomschlags zumindest vorübergehend die einzige Verbindung zur Außenwelt gewesen wären.