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"Es ist Zeit, zu reden": Selenskyj will direkte Gespräche mit Putin

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Von Euronews  mit dpa, AP
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Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Videobotschaft
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Videobotschaft   -   Copyright  AP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland nachdrücklich zu ernsthaften und ehrlichen Gesprächen über eine Friedenslösung aufgerufen. In einer Videoansprache am späten Freitagabend erklärte der 44-Jährige, dass "sinnvolle Verhandlungen über Frieden und Sicherheit für die Ukraine, die einzige Chance für Russland sei, seinen Schaden durch eigene Fehler zu verringern. Sollte die territoriale Unversehrtheit der Ukraine nicht wiederhergestellt werden, so werde Russland "ernsthafte Verluste" erleiden.

Es ist Zeit, zu reden.
Wolodymyr Selenskyj
Präsident Ukraine

"Es ist an der Zeit, die territoriale Einheit und Gerechtigkeit für die Ukraine herzustellen", sagte der ukrainische Staatschef. "Ansonsten wird Russland derartige Verluste erleiden, dass es mehrere Generationen brauchen wird, um sich wieder aufzurichten."

Selenskyj bekräftigte seine Forderung nach direkten Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine Friedenslösung. "Es ist Zeit, zu reden", sagte er. Der Kreml lehnt dies bisher ab, will vorher bei den Verhandlungen mit Kiew den eigenen Vorstellungen entsprechende Inhalte für ein derartiges Treffen schaffen.

Humanitäre Situation in Mariupol verschlechtert sich

Untderdessen wurde bei Angriffen des russischen Militärs auf die ukrainische Stadt Charkiw mindestens eine Person getötet. Bei dem Beschuss auf ein Verwaltungsbegebäude seien nach ukrainischen Angaben etwa elf Menschen verletzt.

Alexei Alexandrov/AP Photo
Einwohner von MariupolAlexei Alexandrov/AP Photo

In der von russischen Truppen belagerten Stadt Mariupol haben die Kämpfe nun das Zentrum der Stadt erreicht. Rund 350.000 Zivilisten sitzen fest, die humanitäre Lage verschlechtert sich zusehends.

Die Vereinten Nationen sind extrem besorgt über die Lage in der umkämpften Stadt. Ein Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP) sagte am Freitag in Genf: "Die letzten Reserven an Essen und Wasser gehen zu Ende." Zudem fehlten Versorgungsgüter und Medikamente, was verheerende Konsequenzen haben könne, hieß es vom UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR).

UN: Mehr als 3 Millionen Menschen geflohen

Immer noch könnten keine Hilfskonvois die Stadt erreichen. Auch sonst sei die Versorgungskette nicht mehr gewährleistet. Aus Angst vor Schüssen zögerten Lkw-Fahrer, sich ans Steuer zu setzen.

Insgesamt sind nach UN-Angaben 13 Millionen Menschen in der Ukraine von den Kampfhandlungen betroffen. Die Zahl der Ukrainer, die seit dem russischen Angriff vor drei Wochen ins Ausland geflohen sind, beziffern die Vereinten Nationen inzwischen auf 3,2 Millionen. Hinzu kommen zwei Millionen Vertriebene innerhalb der Ukraine. Die Bevölkerungszahl der ehemaligen Sowjetrepublik lag vor Beginn des Kriegs bei mehr als 41 Millionen.