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Wurde Roman Abramowitsch bei den Friedensverhandlungen vergiftet?

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Von Euronews  mit dpa, AFP
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Roman Abramowitsch bei einem Fußballspiel im Jahr 2015. Archiv
Roman Abramowitsch bei einem Fußballspiel im Jahr 2015. Archiv   -   Copyright  Matt Dunham/AP

Wurde der russische Oligarch Roman Abramowitsch vergiftet?

Die US-Zeitung "Wall Street Journal" berichtete am Montag, Mitglieder der Delegationen bei Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine, darunter der russische Oligarch Roman Abramowitsch, seien Anfang März vergiftet worden.

Teilnehmer an den Verhandlungen wiesen Berichte zurück, sie seien vergiftet worden. Von Abramowitsch sind ebenfalls keine öffentlichen Äußerungen zu einem möglichen Giftanschlag bekannt.

Roman Abramowitsch, dem noch der FC Chelsea gehört, ist wohl weltweit einer der bekanntesten russischen Oligarchen. Wie das Wall Street Journal berichtete, litten der 55-Jährige sowie zwei ukrainische Unterhändler seit einem Treffen in Kiew Anfang des Monats unter Vergiftungssymptomen.

Abramowitsch, der offenbar für Moskau verhandeln sollte, und mindestens zwei hochrangige Mitglieder des ukrainischen Teams hätten seitdem rote Augen, ständiges und schmerzhaftes Tränen und sich schälende Haut an Gesicht und Händen.

Ihr Zustand habe sich gebessert, ihr Leben sei nicht in Gefahr und es sei bislang unklar, was die Symptome verursacht habe. Einer der beiden Ukrainer soll der Abgeordnete Rustem Umerov sein.

Abramowitsch - der auch auf der britischen und der EU-Sanktionsliste steht - war in den vergangenen Wochen auch in Israel und in der Türkei.

Max Colchester vom WSJ berichtete weiter, dass der mutmaßlichen Anschlag Hardlinern in Moskau zugeschrieben wird, die angeblich die Gespräche zur Beendigung des Krieges in der Ukraine sabotieren wollten.

Eine Abramowitsch nahestehende Person sagte, es sei nicht klar, wer Abramowitsch und die beiden Ukrainer angegriffen habe.

Offenbar hatten die drei Männer in Kiew nur Schokolade und Wasser zu sich genommen. Das schreibt Bellingcat auf Twitter.

Die Investigativjournalisten von Bellingcat gehen davon aus, dass chemische Kampfstoffe die Vergiftungssymptome ausgelöst haben könnten.

Offenbar war Bellingcat vor dem Artikel über den Vergiftungsversuch informiert, wollte die Betroffenen aber nicht in Gefahr bringen. Die Nachrichtenseite schreibt: "Nach Ansicht von zwei konsultierten Chemiwaffen-Experten und einem Arzt waren die Symptome am ehesten mit Varianten von Porphyrin, Organophosphaten oder bicyclischen Substanzen vereinbar. Eine endgültige Bestimmung war nicht möglich, da in der Nähe der Opfer keine spezielle Laborausrüstung vorhanden war."

Bereits am Morgen hatte Rustem Umjerow bei Facebook geschrieben, dass mit ihm alles in Ordnung sei. "Mir geht es gut. Dies ist meine Antwort auf all die Klatschnachrichten, die sich verbreiten. Bitte vertrauen Sie keiner nicht verifizierten Information. Auch bei uns läuft ein Informationskrieg."