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Russland verstärkt Militärpräsenz in der Ost- und Südukraine

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Von Julika Herzog  mit dpa, AP, AFP
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Ukrainischer Soldat bei Kiew
Ukrainischer Soldat bei Kiew   -   Copyright  AP Photo

Auch wenn sich die Lage in Kiew etwas entspannt haben soll, stehen die Soldaten in der ukrainischen Hauptstadt weiter zum Kampf bereit. Die Behörden stehen den russischen Zusagen über einen Truppenabzug aus Kiew und den nördlichen Regionen skeptisch gegenüber.

Russische Truppem formieren sich neu

Die Nato hat davor gewarnt, dass sich die russischen Truppen gerade neu formieren. Russland will nach Ansicht des ukrainischen Generalstabs die militärische Präsenz in der Ost- und Südukraine verstärken.

Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet eine neue Angriffswelle: "Im Donbass, in Mariupol und in Richtung Charkiw sammeln russische Truppen ihr mächtiges Offensivpotential. Wir werden uns verteidigen. Wir werden alles tun, um die Besatzer aufzuhalten und unser Land von ihnen zu säubern", sagte er in seiner nächtlichen Ansprache.

Nach Forderungen Deutschlands und Frankreichs kündigte Russland für den Morgen erneut eine Feuerpause in der umkämpften ukrainischen Stadt Mariupol zur Evakuierung von Zivilisten an. Dies war allerdings schon mehrmals trotz entsprechender Versprechen Russlands gescheitert.

Ukraine meldet militärische Erfolge

Ukrainische Truppen eroberten nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen elf Siedlungen im südukrainischen Gebiet Cherson zurück. Beim Vormarsch im Norden der Region sei ihnen auch schwere russische Militärtechnik in die Hände gefallen, darunter Panzer vom Typ T-64.

Die russische Invasion verläuft nicht wie geplant und Moskau verstärkt ihre Truppen in der Ukraine anscheinend mit frischen Kräften aus Georgien, 1200 bis 2000 russischen Soldaten sollen aus den abtrünnigen georgischen Gebieten Abchasien und Südossetien laut britischen Verteidigungsministerium verlegt werden.

Das russische Staatsfernsehen berichtet, dass Truppen der selbsternannten Seperatistenrepublik Donezk zwei ukrainische Hubschrauber abgeschossen haben, die laut des russischen Verteidigungsministerums Kommandateure des ukrainischen ultranationalistischen Freiwilligenbataillons Regiment Asow evakuieren sollten.

USA: Putin scheint sich zu isolieren

Das Weiße Haus und der britische Geheimdienst hatten am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtet, dass Putin nicht richtig über die Lage informiert werde.

Der russische Präsident Wladimir Putin, sagen westliche Geheimdienstberichte, ist zunehmend abwesend. Auf die Frage, ob Putin von seinen Beratern falsch informiert werde, antwortete US-Präsident Joe Biden:

"Es gibt eine Menge Spekulationen. Aber er scheint - ich sage das nicht mit Gewissheit - er scheint sich selbst zu isolieren. Es gibt Anzeichen dafür, dass er einige seiner Berater entlassen oder unter Hausarrest gestellt hat." Biden wolle dies aber nicht überbewerten, dann es gebe dafür "nicht viele handfeste Beweise".

Nach Angaben des Generalstabs in Kiew konnten russischen Einheiten am 36. Kriegstag nirgendwo Geländegewinne verzeichnen. Die östliche Großstadt Charkiw werde weiter beschossen, die Einwohner begännen trotzdem mit den Aufräumarbeiten.