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Gräueltaten von Butscha wecken Erinnerungen an andere Kriegsverbrechen in Europa

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Von Euronews
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Frau vor den Massengräber getöteter Kroaten
Frau vor den Massengräber getöteter Kroaten   -   Copyright  AP Photo

Die Bilder von Kriegsverbrechen im ukrainischen Butscha erinnern an die schlimmsten Momente der Balkankriege in den 1990er Jahren - besonders an das von der bosnisch-serbischen Armee verübte Massaker von Srebrenica. Dabei wurden mehr als 8.000 Menschen getötet.

Nach zweijähriger Belagerung gelang es den Truppen von General Ratko Mladic in die bosnische Enklave vorzudringen, die sich in einem von UN-Blauhelmen geschützten Gebiet befand. Die Friedenstruppen versagten, als es darum ging, die Zivilbevölkerung zu schützen, und beteiligten sich sogar daran, Männer von Frauen und Kindern zu trennen.

Erst Jahre später wurden General Mladic und sein politischer Kopf, Radovan Karadzic, vor Gericht gestellt und wegen Völkermordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Doch es war nicht das erste große Massaker im Balkankrieg. Bereits vier Jahre vor Srebrenica wurden etwa 200 Kroaten in der Stadt Vukovar Opfer eines Gewaltverbrechens. Serbische Truppen verschleppten die Menschen, die im örtlichen Krankenhaus Zuflucht gefunden hatten, brachten sie auf einen Hof und folterten sie stundenlang, bevor sie sie töteten. Mindestens 300 weitere Menschen verschwanden. Jahre später wurde der ehemalige Oberst Mile Mrkšić, bekannt als "der Schlächter von Vukovar", wegen Kriegsverbrechen zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Auch im Kosovo und in Tschetschenien wurden Massaker verübt. 

2008 wurden Dutzende von Zivilisten während des gescheiterten Angriffs der georgischen Armee auf Südossetien getötet. Doch auch dieses Kriegsverbrechen war nicht das letzte in Europa.