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Noch wenige Stunden bis zur französischen Präsidentschaftswahl: historisch niedrige Wahlbeteiligung?

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Von Andrea Buring
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Countdown bis zur Präsidentschaftswahl
Countdown bis zur Präsidentschaftswahl   -   Copyright  Jean-Francois Badias/AP

Am Sonntag wählen die Menschen in Frankreich einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin. Sollte sich keine absolute Mehrheit ergeben, werden die zwei stärksten Kandidaten in zwei Wochen in einer Stichwahl gegeneinander antreten.

Amtsinhaber Emmanuel Macron werden die größten Chancen ausgerechnet, gefolgt von der rechtspopulistischen Kandidatin Marine Le Pen und dem linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon.

Angesichts der Coronakrise und des Ukrainekriegs war das Interesse am Wahlkampf in den vergangenen Wochen begrenzt. Viele Wählerinnen und Wähler sind noch unentschlossen.

Jeanne Di Mascio ist 38 Jahre, Musiklehrerin, hat zwei Kinder und lebt in Paris. "Alle fünf Jahre sage ich mir, ich warte bis zur zweiten Runde, um zu wählen. Doch dann gebe ich schon meine Stimme in der ersten Runde ab, denn leider werden die Enthaltungen nicht genügend berücksichtigt. Ich muss also jemanden wählen", sagt sie. "Ich habe zwar eine vage Idee, aber ehrlich gesagt werde ich mich wohl in letzter Minute im Wahllokal entscheiden."

Rentnerin Christine Mazaud hat für viele ihrer Bekannten kein Verständnis. Sie sagt, "keiner um mich herum geht wählen und alle beschweren sich." Auf die Frage des Journalisten, wie sie sich das erkläre, meint Mazaud: "So sind die Franzosen. Sie haben nie im Ausland gelebt. Sie wissen ihre Freiheit nicht zu schätzen. Das nervt."

Es wird mit einer historisch niedrigen Beteiligung gerechnet. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos sind sich 69% der Wahlbrechtigten sicher, in der ersten Runde wählen zu gehen. Etwa jeder Dritte könnte also den Urnen fernbleiben.