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Fotos zeigen Kriegsschiff Moskwa vor dem Untergang: Doch was wurde aus der Crew?

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Von Euronews  mit AFP, Twitter
Patrouillenschiff der russischen Marine 'Pytliviy' (L)  beim Flaggschiffs der russischen Marine, des Raketenkreuzers 'Moskva' ARCHIV 2014
Patrouillenschiff der russischen Marine 'Pytliviy' (L) beim Flaggschiffs der russischen Marine, des Raketenkreuzers 'Moskva' ARCHIV 2014   -   Copyright  -/AFP

Befragt nach den Aufnahmen des russischen Kriegsschiffs Moskwa, die am Ostermontag im Internet veröffentlicht wurden, sagt Putin-Sprecher Dmitri Peskow: "Ja, wir haben das Material gesehen, aber wir können nicht sagen, wie authentisch und wahr es ist."

Nicht kommuniziert wurde in Russland auch über das Schicksal der Besatzung der Moskwa. Offiziell wurden alle 500 Mann von Bord evakuiert. Doch inzwischen gibt es Berichte von Angehörigen einiger junger Männer, die sich auf dem Kriegsschiff befanden und entweder tot sind oder vermisst werden.

Immer mehr Fachleute sind der Ansicht, dass die Fotos und Videos, die das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte kurz vor dem Untergang zeigen sollen, echt sind.

So schreibt der Schiffahrts-Experte John Konrad, dass offenbar der Kapitän das Kriegsschiff zu früh verlassen hat. Der Kapitän eines zivilen Schiffes wäre laut dem Experten in einer ähnlichen Situation an Bord geblieben.

Auf dem Bild erkennt Konrad: "Die Rettungsboote sind ausgefahren und niemand ist an Deck, auch nicht im hinteren Teil, wo es rauchfrei ist. Es sind Schläuche angebracht, die in die Luft sprühen. Diese Schläuche könnten zur Kühlung des Schiffes angebracht worden sein, sind aber eher dazu da, um den Schiffen in der Nähe mitzuteilen, dass das Schiff keinen Strom mehr hat."

Der britische Verteidigungsexperte Rob Lee hatte das Foto am Osterwochenende geteilt mit dem Kommentar: "Sieht aus wie ein echtes Foto der Moskva, nachdem sie von ukrainischen Neptun-Schiffsabwehrraketen getroffen wurde."

Der Twitter-User Mike Right hat inzwischen ein weiteres Foto veröffentlicht.

Auf den Bildern ist zu erkennen, dass das Kriegsschiff eine starke Schlagseite hat.

Am Ostersonntag hatten Medien in Russland Videoaufnahmen veröffentlicht, die die Besatzung des vor Odessa im Schwarzen Meer gesunkenen russischen Kriegsschiffs "Moskwa" zeigen sollen.

Das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte war am 14. April 2022 untergegangen. Laut Angaben der Ukraine nach dem Beschuss durch ukrainische Raketen vom Typ Neptun, laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hatte es an Bord eine Explosion gegeben und die "Moskwa" war dann bei einem Abschlepp-Manöver in einen Sturm geraten und gesunken. Die Militärführung in Moskau erklärte, die Besatzung sei nach Sewastopol gebracht worden, dem wichtigen Hafen auf der Krim, die Russland 2014 von der Ukraine annektiert hatte.

Eine ukrainische Militärsprecherin erklärte laut LE FIGARO, der Schlag gegen die Moskwa, habe "nicht nur das Schiff getroffen, sondern auch die imperialen Ambitionen des Feindes". Natalia Goumeniuk, Sprecherin des Militärkommandos der südlichen Region der Ukraine sagte: "Wir haben die Schiffe beobachtet, die versuchten zu helfen, aber selbst die Naturgewalten waren auf der Seite der Ukraine", denn "ein Sturm verhinderte, dass das Schiff gerettet und die Besatzung evakuiert werden konnte".

Im russischen Fernsehen war Filmemacher Wladimir Bortko - ein Mitglied der Kommunistischen Partei Russlands - bei einer Diskussion über den Untergang der Moskwa fast in Tränen ausgebrochen.

Der Regisseur meinte, der Angriff auf das Schiff sei ein Grund für den Krieg gegen die Ukraine. Dabei wurde die Moskwa laut der offiziellen russischen Version des Geschehens gar nicht angegriffen.