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Ukraine kontrolliert noch "20 bis 25% von Mariupol" - Rette sich, wer kann, aus Luhansk

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Von Euronews  mit AFP, AP
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Tote vor der Illich Stahl- und Metallfabrik in Mariupol
Tote vor der Illich Stahl- und Metallfabrik in Mariupol   -   Copyright  Alexei Alexandrov/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Die ukrainischen Streitkräfte, die sich noch in Mariupol aufhalten, wollen bis zum bitteren Ende kämpfen.

Das Ultimatum Russlands, sie sollten "sich ergeben oder müssten sterben", haben die letzten in einem Stahlwerk verschanzten Kämpfer zurückgewiesen. Die russischen Truppen stehen offenbar kurz vor der Einnahme der fast völlig zerstörten, strategisch wichtigen ostukrainischen Hafenstadt.

Der stellvertretende Bürgermeister von Mariupol sagte zu BFMTV: "Die Ukraine kontrolliert den Süden der Stadt, die Industrieviertel. Noch etwa 20-25% der Stadt werden verteidigt", sagte Sergej Orlow, stellvertretender Bürgermeister von Mariupol. 

Zwischen 100.000 und 130.000 Einwohnerinnen und Einwohner befinden sich laut Orlow noch in Mariupol. "Ihnen fehlt es an Nahrung und sie haben keinen Zugang zu Wasser. Russland lässt sie die Stadt nicht verlassen (...) Diejenigen, die bisher geflohen sind, haben dies auf eigenes Risiko getan", berichtete der stellvertretende Bürgermeister. 

In seiner Ansprache erklärte Präsident Wolodymyr Zelensky, Russlands Armee wolle nicht nur Mariupol, sondern auch anderere Städte in den Regionen Donezk und Luhansk dem Erdboden gleich machen.

"Das Schicksal der Menschen hängt an denen, die Hilfe zurückhalten"

Er sei allen dankbar, die helfen und foderte die Partner erneut dazu auf, der Ukraine Waffen und Munition zu liefern. Von denen, die mögliche Hilfe zurückhielten, hänge das Schicksal der Menschen ab, die gerettet werden könnten, sagte Wolodymyr Selenskyj.

Die Bombardierungen von Charkiw dauern unterdessen an. Laut Selenskyj sind in den vergangenen vier Tagen mindestens 18 Menschen in der zweitgrößten Stadt der Ukraine getötet worden. Er sprach von "vorsätzlichem Terror", sagte aber auch, dass mehrere Dörfer in der Region befreit worden seien.

Den Internationalen Währungsfond bat der Präsident der Ukraine wegen des Krieges um zusätzliche finanzielle Hilfe. Darüber habe Selenskyj mit IWF-Chefin Kristalina Georgiewa beraten, wie er auf Twitter auf Englisch mitteilte.

Rette sich, wer kann - aus Luhansk

Während sich die russischen Truppen aus Tschernihiw nördlich von Kiew zurückgezogen haben, haben die Behörden in Luhansk die Menschen zur Flucht aufgefordert. Ein Verantwortlicher der Region sprach laut Agentur UNIAN von der vielleicht letzten Chance, sich zu retten.