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Wenn Väter ihre Söhne begraben - ein Bericht aus Andriivka in der Ukraine

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Von Valérie Gauriat
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Munition in Andriivka, im Großraum Kiew, Ukraine
Munition in Andriivka, im Großraum Kiew, Ukraine   -   Copyright  Valérie Gauriat

**Zwei Wochen nachdem die ukrainischen Behörden die Befreiung der Gebiete um die Hauptstadt Kiew verkündet haben, sind die Folgen der Zerstörung und des Tods überall sichtbar.
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Euronews-Korrespondentin Valérie Gauriat berichtet aus Andriivka in der Ukraine, rund 70 Kilometer nordwestlich von Kiew. Vor dem Krieg lebten dort rund 1.000 Menschen.

Das sind die Ruinen des Dorfes Andriivka, rund 60 Kilometer nordwestlich von Kiew entfernt. Einen Monat besetzten die russischen Truppen die Region, bevor sie sich vor zwei Wochen zurückzogen.

Überall liegen Bombensplitter herum.

"Das Ausmaß der Zerstörung ist beachtlich, es gibt nicht ein Haus in diesem Ort, das unbeschadet ist. An vielen Häusern können wir dieses Fragezeichen sehen. Es bedeutet, dass es im Haus noch immer nicht entschärfte Munition, Bomben oder Minen geben könnte. Es gibt unzählige davon", berichtet Euronews-Korrespondentin Valérie Gauriat aus Andriivka.

Mindestens 40 Menschen im Ort wurden von russischen Soldaten getötet. Doch nur sechs von ihnen fanden auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte. Sie wurden aus Gärten exhumiert, in denen ihre Angehörigen sie zunächst begraben hatten.

Wie Mykolas Sohn Juri. Er berichtet:

"Sie kamen und holten sie aus dem Haus. Er und seine Frau kamen raus, mit an die Köpfe gehaltenen Waffen. Sie ließen seine Frau gehen, sie flehte, ich habe zwei Kinder, töten sie mich nicht.

Und sie erschossen ihn. Hier war sein Blut auf dem Boden. Da war der Blutfleck."

Juri war unter denen, die getötet wurden, als die russischen Panzer von den ukrainischen Truppen angegriffen wurden:

"Sie haben ihnen vorgeworfen, die Kolonne über ihre Telefone verraten zu haben. Das war an Tag 44 des Krieges. Ich habe keine Tränen mehr. Was sollte ich machen. Ein Vater musste seinen Sohn beerdigen. Das Wichtigste ist, dass er die Ukraine nicht verraten hat. Das ist das Wichtigste."

Es wird noch Wochen dauern, bis zahlreiche Familien aus Andriivka ihren Verwandten zur letzten Ruhe betten können.