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Flüchtlinge aus der Ukraine in Portugal von Pro-Putin-Russen befragt

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Von Euronews  mit EXPRESSO, RTP via EBU
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Stadtverwaltung von Setubal in Portugal
Stadtverwaltung von Setubal in Portugal   -   Copyright  RTP

In der Stadt Setubal in Portugal sind Flüchtlinge aus der Ukraine offenbar von Putin-Unterstützern befragt worden. Wie die Zeitschrift "Expresso" berichtet, sollten die vor dem Krieg geflüchteten Ukrainerinnen Informationen über Familienmitglieder in der Heimat - wie deren Aufenthaltsorte - geben. 

Verhört wurden die Flüchtlinge offenbar von Mitgliedern der kommunistischen Partei und auch von in Portugal lebenden Russen. 

Einige Geflüchtete haben jetzt Angst

So berichtet die aus Luhansk zunächst nach Charkiw und dann nach Portugal geflohene Olga, dass sie auf Russisch danach befragt worden sei, wo ihr Mann sei und was er mache. Dabei seien ihre Dokumente - auch ihr Pass - fotokopiert worden. Sie sagt im Interview mit "Expresso", dass sie jetzt Angst habe - auch um ihre acht und sechs Jahre alten Töchter.

Laut "Expresso" handelt es sich bei den russischen Staatsangehörigen um das Ehepaar Yulia Khashina und Igor Khashin. Die Frau ist bei der Stadtverwaltung von Setubal beschäftigt, ihr Mann anscheinend nicht. Doch Igor Khashin soll im Büro der Stadtverwaltung "am Computer" gesessen und die persönlichen Daten von etwa 160 Flüchtlingen registriert haben.

Igor Khashin stand auf einer Liste von Namen, die die ukrainische Botschafterin in Lissabon, Inna Ohnivets, laut Medienberichten als Personen mit "Spionagerisiko" ausgewiesen hatte. Igor Khashin soll "sehr enge Verbindungen zur russischen Botschaft" unterhalten.

Mitglieder der kommunistischen Partei in Portugal gegen Selenskyj

Bei der Rede von Präsident Wolodymyr Selenskyj an die Portugiesinnen und Portugiesen hatten kommunistische Abgeordnete das Parlament in Lissabon verlassen. Politikerinnen und Politiker anderer Parteien fordern jetzt Aufklärung über die Befragungen von Geflüchteten in Setubal.

In Portugal leben schon seit Jahren viele Menschen aus der Ukraine - hinter Brasilien kommen die meisten Zugewanderten von dort.