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Schwere Kämpfe in Ostukraine nach "Tag des Sieges"

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Von Julika Herzog  mit Ap, dpa
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Ukrainischer Soldat an der Front in der Nähe von Charkiw
Ukrainischer Soldat an der Front in der Nähe von Charkiw   -   Copyright  Felipe Dana/ AP

Die russischen Truppen versuchen das immer noch von ukrainischen Kämpfern gehaltene Asow-Stahlwerk in Mariupol zu stürmen, unterstützt von Panzern und Artillerie.

Angeblich noch Zivilisten im Werk Azovstal in Mariupol

Entgegen Berichten über die vollständige Evakuierung aller Zivilisten aus dem von russischen Truppen belagerten Werk Azovstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sollen sich dort immer noch rund 100 Zivilpersonen aufhalten. Zudem hielten sich immer noch rund 100 000 Menschen in der schwer zerstörten Stadt auf, sagte der regionale Verwaltungschef Pawlo Kyrylenko am Montagabend. «Schwer zu sagen, wer von ihnen die Stadt verlassen will», wurde er von der «Ukrajinska Prawda» zitiert.

Ukrainische Truppen haben sich im Stahlwerk verschanzt, der letzten Bastion in Mariupol. In den vergangenen Tagen wurden von dort mit Hilfe der Vereinten Nationen und des Roten Kreuzes mehrere hundert Frauen, Kinder und ältere Menschen evakuiert. Die Verteidiger von Azovstal wollten aber nicht ausschließen, dass sich noch Zivilisten in einigen Kellern des weitläufigen Geländes aufhielten.

"Tag des Sieges" an der Front: Mehr als 200 russische Angriffe

Während Russland Siegesparaden zum Ende des Zweiten Weltkrieges abhielt, gingen in der Ostukraine die schweren Kämpfe weiter. Russlands Verteidigungsministerium bestätigt mehr als 200 Raketen- und Artillerieangriffe, hauptsächlich in der Region Donbass.

Mit Raketen und Artillerie seien unter anderem Kommandoposten, Lager mit militärischer Ausrüstung und die Schwarzmeer-Region Odessa beschossen worden. Insgesamt seien 350 ukrainische Soldaten getötet worden. Die Truppen versuchten weiter, die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk einzukreisen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

In der Großstadt Kramatorsk im Gebiet Donezk sind durch massive Raketenangriffe Wohnhäuser und Infrastruktur schwer beschädigt worden.

Putin: "Keine Chance bekommen, für eine friedliche Lösung"

Bei einem Treffen mit dem Vater eines toten Separatistenführers hat der russische Präsident Wladimir Putin gesagt, Russland wäre nicht die Chance gegeben worden, die Probleme mit friedlichen Mitteln zu lösen.

"Es gab keine andere Wahl, sonst hätten wir diese sicher genutzt. Die russischen Jungs sind tapfer und heldenhaft, sie kämpfen professionell. Alle Pläne werden umgesetzt. Das Ziel wird erreicht werden - daran gibt es keinen Zweifel", so Putin.

Im ukrainischen Militär-Krankenhaus in Donetsk werden unterdessen die Verwundeten eingeliefert - Ergebnis der ständigen russischen Bombardierungen.

Tödliche Hyperschall-Raketenangriffe auf Odessa

Bei russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind in der Nacht zum Dienstag mindestens ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden. Das berichtete die Agentur Unian unter Berufung auf die örtliche Militärführung. «Der Feind hält seinen psychologischen Druck aufrecht und setzt seine hysterischen Attacken gegen friedliche Zivilisten und die zivile Infrastruktur fort», hieß es.

Die Stadt wurde am Abend von zahlreichen Explosionen erschüttert. Nach Medienberichten wurden unter anderem ein Einkaufszentrum und ein Warenlager getroffen. Kurz zuvor hatte die russische Luftwaffe nach Darstellung des ukrainischen Militärs mehrere Hyperschallraketen vom Typ Kinschal auf Odessa abgefeuert. Dabei seien «touristische Objekte» getroffen und mindestens fünf Gebäude zerstört worden, berichtete die «Ukrajinska Prawda».

Militärbeobachter sehen langsame Fortschritte der russischen Truppen

Nördlich der ostukrainischen Metropole Charkiw versuchten nach ukrainischen Angaben eigene Truppen, in Richtung russischer Grenze vorzustoßen.

Militärbeobachter sagen jedoch, dass Russland in den letzten Tagen langsame Fortschritte gemacht hat.

Eine größere Landungsaktion der Ukrainer auf der strategisch wichtigen Schlangeninsel im Schwarzen Meer wurde nach russischen Militärangaben vereitelt.