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Zerstörung, Flucht und immer mehr Tote: Seit 90 Tagen tobt der Krieg in der Ukraine

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Von Euronews  mit AP/AFP/DPA
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Exhumierung getöteter russischer Soldaten in der Nähe des Dorfes Malaya Rohan bei Charkiw
Exhumierung getöteter russischer Soldaten in der Nähe des Dorfes Malaya Rohan bei Charkiw   -   Copyright  AP Photo/Andrii Marienko

Detonationen, Rauchwolken und Sirenengeheul über Kiew - so begann vor drei Monaten am 24. Februar der russische Angriff auf die Ukraine. Zehntausende Soldaten strömten zeitgleich von Norden, Süden und Osten aus ins Land.

Doch der als militärische "Sonderoperation" von Russland gestartete Blitzkrieg geriet schnell ins Stocken. Ukrainische Truppen stoppten den Vormarsch und blockierten eine kilometerlange, gigantische Panzerkolonne in Richtung Kiew.

Moskau verdoppelte seine Anstrengungen und beschoss unablässig militärische Ziele und zivile Infrastrukturen, was zu zahlreichen Opfern führte und eine Massenflucht der Zivilbevölkerung aus den umkämpften Gebieten auslöste.

Dennoch erzielte die russische Offensive kaum Erfolge. Cherson im Süden war die einzige größere Stadt, die fiel. Die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer hielt trotz Raketenhagel fast drei Monate der russischen Belagerung stand.

Immer wieder in den ersten 90 Tagen des Krieges offenbarten logistische Pannen die Schwachstellen einer der vermeintlich mächtigsten Armeen der Welt. Mit dieser unerwarteten Realität und massiver westlicher Unterstützung für die Ukraine konfrontiert, reduzierte Moskau schrittweise seine Ziele.

Das Schlachtfeld wurde Monat für Monat kleiner und konzentriert sich nun auf die Region Donbass. Und trotz der Verlagerung der Kräfte und schwerer Artillerie hat die russische Armee nur einen kleinen Teil des Gebiets, das die Ukraine vor einem Monat kontrollierte, zurückerobert.

Russland und die Ukraine steuern zusehends auf einen langen Grabenkrieg im Osten des Landes zu, bei dem es immer mehr Opfer und Zerstörung gibt. Innerhalb der vergangenen drei Monate wurden Tausende Soldaten getötet, Zehntausende verletzt.

Das sind bei Weitem nicht die einzigen Wunden des Krieges. In mehreren Orten wie Butscha wurden nach dem russischen Rückzug Massengräber entdeckt. Internationale Ermittlern untersuchen mögliche Kriegsverbrechen vor Ort. Ein Trauma kündigt sich an, das mehrere Generationen überdauern wird.