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Ab 1. Juli brauchen Russen ein Visum für die Einreise in die Ukraine

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Von Euronews  mit AFP
Urlaub in der Ukraine: Zwei Frauen stehen an einem Strand des Dnepr-Flusses in Kiew, 9. Juni 2022.
Urlaub in der Ukraine: Zwei Frauen stehen an einem Strand des Dnepr-Flusses in Kiew, 9. Juni 2022.   -   Copyright  Natacha Pisarenko/AP

Visafreie Reisen in die Ukraine soll es für Russinnen und Russen bald nicht mehr geben. Die Regelung, die seit der Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion im Jahr 1991 in Kraft war, gilt ab dem 1. Juli 2022 nicht mehr.

"Vor dem Hintergrund des von Russland begonnenen Krieges ist es notwendig, die Kontrolle über die Einreise russischer Bürger in die Ukraine zu verstärken. Die Sicherheit hat Vorrang", erklärte der Leiter der Präsidialamts der Ukraine, Andrij Jermak. 

Russland und die Ukraine, beides ehemaligen Sowjetrepubliken, teilen eine gemeinsame Grenze von fast 2.300 Kilometern. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben familiäre Bindungen über diese Grenze hinweg.

Die Zahl der Reisen zwischen Russland und der Ukraine hat seit der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 und dem Krieg im Osten der Ukraine abgenommen.

Während 2013 noch 10,8 Millionen Russ:innen das Nachbarland besuchten, brach die Zahl 2014 auf 2,5 Millionen ein und sank von 2015 bis 2019 auf 1,5 Millionen pro Jahr, wie der Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes Andrij Demtschenko gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte. 

Wegen der Covid-Pandemie war die Zahl der Reisen von Russland in die Ukraine bereits auf unter 500.000 gesunken.

Die Ukraine, die seit 2004 zwei demokratische Revolutionen erlebt hat und wo in vielen Teilen Russisch gesprochen wird, ist in den letzten Jahren zu einem Exilziel für liberale Russinnen und Russen geworden, die vor der Regierungspolitik fliehen.

Ende Januar besaßen fast 175.000 russische Staatsbürger eine Aufenthaltsgenehmigung für die Ukraine, wie der staatliche Einwanderungsdienst der AFP mitteilte.