Lost in London: 80 Prozent der britischen Züge fallen durch Streik aus

In der Londoner Station Euston kamen sich die wenigen Reisenden ziemlich verloren vor
In der Londoner Station Euston kamen sich die wenigen Reisenden ziemlich verloren vor Copyright Ian West/AP
Von Euronews mit AP, dpa
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Großbritannien erlebt den umfangreichsten Streik des Bahnpersonals seit 30 Jahren. In London, aber auch in den meisten anderen Landesteilen, verkehrten durchschnittlich nur 20 Prozent der regulären Züge.

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Ein Bahnstreik von Zehntausenden Beschäftigten hat den Schienenverkehr in weiten Teilen Großbritanniens stark beeinträchtigt und teilweise sogar zum Erliegen gebracht. Es handelt sich um die umfangreichste Arbeitsniederlegung in dem Bereich seit 30 Jahren. 

Betroffen waren an diesem Dienstag auch die U-Bahnen in London. Viele Fahrgäste in London wie Mohammed Zamin waren sauer: "Die Handlungen von ein paar Hundert oder 50 oder 60 Menschen haben Auswirkungen auf Millionen von Menschen in der ganzen Stadt, die eine internationale Hauptstadt ist. Die Geschäfte laufen nicht gut, Kinder können nicht zur Schule gehen, was ist, wenn ich ins Krankenhaus will? Was ist, wenn es einen Notfall gibt? Was ist, wenn meine Frau Wehen hat und ein Baby bekommt? Wissen Sie, dass das wirklich niemandem hilft?"

Pendlerin: "Zusätzlicher Druck"

Auch Terrie Fiawoo arbeitet in London. Sie steht eher an der Seite der Streikenden: "Im Allgemeinen habe ich Verständnis, dass sie streiken, denn angesichts der steigenden Preise und der unzureichenden Bezahlung verstehe ich das. Außerdem habe ich von einigen Bahnmitarbeitern gehört, dass sie nicht genug Personal haben. Sie stehen also unter zusätzlichem Druck."

Pendlerinnen und Pendler waren in London aufgerufen, spätestens um18.30 Uhr der Hauptstadt den Rücken zu kehren. Hintergrund: Viele Zugverbindungen wurden an diesem Dienstagabend komplett eingestellt.

Premierminister Boris Johnson warnte die Streikenden vor aus seiner Sicht überzogenen Gehaltsforderungen. Erhöhungen, die den Anstieg der Lebenshaltungskosten ausgleichen, seien "derzeit nicht flächendeckend machbar", sagte Johnson.

Die Bahngewerkschaft RMT fordert sieben Prozent mehr Geld, Die Arbeitgeber hatten zuletzt rund drei Prozent mehr Gehalt angeboten.

National Rail wies darauf hin, dass es nicht nur an den Streiktagen, sondern die ganze Woche über zu Behinderungen kommt. Die Bahnbeschäftigten planen weitere Arbeitsniederlegungen am kommenden Donnerstag und auch am Samstag, um ihren Forderungen zu untertstreichen.

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