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Fallen kostenlose Corona-Tests im Juli weg? Inzidenz in Deutschland steigt auf 488,7

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Von Euronews  mit dpa, SPIEGEL
Testzentrum in Deutschland - ARCHIV
Testzentrum in Deutschland - ARCHIV   -   Copyright  INA FASSBENDER/AFP

Das Robert Koch-Institut meldet an diesem Mittwoch 119 232 neue Fälle des Coronavirus in Deutschland, die in den vergangenen 24 Stunden registriert wurden. Zudem sind an einem Tag weitere 104 Menschen an Covid-19 verstorben. Die 7-Tage-Inzidenz steigt auf 488,7. Allerdings gehen Expert:innen davon aus, dass die tatsächliche Inzidenz etwa doppelt so hoch liegt, weil das RKI nur positive PCR-Tests zählt. Die meisten Infizierten in Deutschland machen gar keinen PCR-Test.

In Frankreich sind bei weitgehenden Lockerungen Corona-Tests - auch PCR-Tests - weiterhin kostenlos - aber nur für  Geimpfte. In Italien müssen seit Monaten Ungeimpfte die Tests selbst bezahlen.

Fallen die kostenlosen Bürgertests wirklich Anfang Juli weg?

Laut RND und SPIEGEL hält Gesundheitsminister Karl Lauterbach trotz steigender Infektionszahlen an den Plänen fest, dass die kostenlosen Bürgertests Anfang Juli abgeschafft werden und sich nur noch bestimmte Gruppen kostenlos testen lassen können. Das geht laut diesen Medienberichten aus der "Corona-Herbststrategie" hervor.

Die kostenlosen Tests sollen offenbar nur noch für Menschen mit Symptomen bleiben. 

Zudem soll es die Gratis-Tests in besonderen Situationen weiterhin geben:

in Pflegeheimen und Krankenhäusern,

bei  Veranstaltungen mit vielen Teilnehmenden,

bei nicht empfohlener Impfung, etwa Schwangerschaft im ersten Trimester,

in Hotspots mit vielen Infektionen,

sowie für Geflüchtete aus der Ukraine.

In Frankreich sind Corona-Tests - auch PCR-Tests - weiterhin kostenlos. In Italien müssen seit Monaten Ungeimpfte die Tests selbst bezahlen. In Deutschland war vorgesehen, dass die Bundesregierung die kostenlosen Bürgertests bis zum 30. Juni finanziert.

Bundesländer fordern Strategie für Herbst und Winter

Doch gleichzeitig machen die Bundesländer Druck. Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen verlangen laut FAZ von der Bundesregierung, "nunmehr umgehend alle notwendigen Schritte und Maßnahmen zur Vorbereitung auf kommende Herausforderungen im Herbst/Winter im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sowie weiteren saisonalen Krankheiten zu ergreifen und die Länder hierbei angemessen zu beteiligen". Es gehe darum, "rasch rechtliche, finanzielle und organisatorische Handlungs- und Planungssicherheit“ sicherzustellen.

Auf seiner Internetseite schreibt das RKI: "SARS-CoV-2 zirkuliert weiterhin in der Bevölkerung und kann sich überall dort verbreiten, wo Menschen zusammenkommen. Auch wenn in den Sommermonaten die Fallzahlen saisonbedingt niedriger sind als in der kalten Jahreszeit, empfiehlt das RKI nach wie vor, die AHA+A+L-Regeln einzuhalten (Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltag mit Maske, Coronawarnapp nutzen, Lüften), bei Atemwegssymptomen zu Hause zu bleiben und sich testen zu lassen, und auf einen vollständigen Impfschutz gegen COVID-19 zu achten.

Der weitere Verlauf der Pandemie wird – neben dem Auftreten neuer Virusvarianten – wesentlich vom Impfstatus und Verhalten der Bevölkerung abhängen. Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die Lage, gibt Empfehlungen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein." 

Tatsächlich ergibt es allerdings kaum Sinn, die Corona-Warn-App zu nutzen, wenn sich kaum noch jemand offiziell bestätigt testen lässt.