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Macron: Koalitionspartner gesucht

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Von Evelyn Laverick
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Der französische Präsident Emmanuel Macron hat in seiner ersten Rede nach den Wahlen, bei denen seine zentristische Partei ihre absolute Mehrheit verloren hat, zu Zusammenarbeit und Kompromissen aufgerufen. Für Frankreich ungewöhnlich, muss er eine Koalition bilden; erste Gesprächsversuche mit möglichen Partnern scheiterten.

Der Führer der extremen Linken, Jean-Luc Melenchon, bezeichnete Macrons Rede als "ratatouille", buntes Gemüse, und forderte, dass sich Premierministerin Elisabeth Borne einer Vertrauensabstimmung im Parlament stellt.:

Wie in allen Demokratien der Welt hat die Premierministerin vor dem Parlament zu erscheinen und um das Vertrauen der Abgeordneten zu bitten. Hat sie dieses Vertrauen nicht, muss sie zurücktreten.
Jean-Luc Mélenchon
Vorsitzender der extremen Linkspartei La France Insoumise

Die rechtsextreme Parteichefin Marine Le Pen, die ein historisch gutes Ergebnis erzielte, meldete sich per Twitter: Macron mache sich selbst etwas vor, wenn er glaube, dass das Volk ihn unterstütze.

Macron erhielt 245 Sitze, zur absoluten Mehrheit wären 289 Sitze erforderlich gewesen. Macrons Lager hatte bis zu den Wahlen 350 Sitze. Das Links-Bündnis Nupes um Jean-Luc Melenchon kommt auf 131 Sitze, die extreme Rechte um Marine Le Pen auf 89, die Konservativen stellen 61 Abgeordnete.

Die Parteiführung der Konservativen von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatte schnell Position bezogen und klargestellt, dass sie in der Opposition bleiben wolle. 

Wir sind nicht das Reserverad.
Christian Jacob
Konservative Republikaner

Macrons Wahlbündnis ist zwar die stärkste Fraktion in der Nationalversammlung, kann aber allein keine Regierung bilden. Andernorts normale Koalitionsregierungen hat es in Frankreich seit über 30 Jahren nicht mehr gegeben.