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Online-Piraterie: Schwarz sehen in Georgien

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Von Tornike Koplatadze, euronews Georgien
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Georgien versucht nach dem 2014 unterzeichneten EU-Assoziierungsabkommen, den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu bekommen. Das Land am Kaukasus hat noch einen langen Weg nach Europa und dafür viele Verpflichtungen zu erfüllen. 

Zu den zahlreichen Baustellen zählt auch die Frage des digitalen geistigen Eigentums. Georgien ist ein Paradies für Schwarzseher, die meisten sehen kostenlos und damit illegal alle neu veröffentlichte Filme und Fernsehsendungen Online.

Wir arbeiten ständig daran, Piraten-Websites zu sperren.
Zurab Bejashvili
Georgisches Anti-Piraterie-Zentrum

Zurab Bejashvili sagt: "Die Tatsache, dass es in Georgien legale Alternativen gibt, ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Das einzige Argument der Piraten-Websites war ja, sie hätten keine andere Möglichkeit. Aber das stimmt heute nicht mehr, und der Antrag auf EU-Mitgliedschaft verpflichtet Georgien, geistiges Eigentum zu schützen."

Die Verpflichtungen gegenüber der EU sind nur ein Aspekt, die Online-Piraterie schadet zudem der eigenen Filmindustrie. Georgische Produktionen erzielen selten Einnahmen an den Kinokassen, die meisten sind illegal online zu sehen, manchmal sogar schon vor der Kinopremiere.

Filme sind in Georgien nicht geschützt. Die Filmemacher haben dadurch keine Einnahmen und leiden.
Ketevan Machavariani
Filmemacherin

Geistiges Eigentum müsse geschützt werden, damit es zu einer Einnahmequelle wird.  Ein Publikum, das sich Filme lieber kostenlos auf dem Laptop anschaut, gehe eben nicht mehr ins Kino, so Ketevan Machavariani.

Eine der wirksamsten Methoden zur Bekämpfung der Piraterie sind legale Alternativen. Neben den wenigen internationalen Streaming-Diensten, die in Georgien verfügbar sind, wird derzeit eine lokale Alternative entwickelt.

Legales Streaming verändert die Situation für georgische Filmemacher und das Publikum radikal, es schafft Nachfrage.
Salome Kuprashvili
Projektleiterin Cavea+

Georgische Filme bekam das Publikum hier kaum  zu sehen, sagt Kuprashvili.  In gewisser Weise lebte das georgische Kino für sich und hatte kein breiteres Publikum. Gespräche über die Rechte an geistigem Eigentum dauern an, währenddessen greifen die georgischen Bürger noch immer problemlos auf die neuesten Filme und Fernsehsendungen aus aller Welt zu.