Borrell warnt vor "Vernichtung" der russischen Armee im Falle eines Atomangriffs

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Von Euronews mit AP und AFP
Der Westen hat klare Worte für die wiederholten atomaren Drohungen durch den russischen Präsidenten
Der Westen hat klare Worte für die wiederholten atomaren Drohungen durch den russischen Präsidenten   -   Copyright  Olivier Matthys/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Der Ton der Europäischen Union gegenüber Moskau wird rauer. Angesichts der wiederholten Drohungen von Russlands Staatschef Putin, taktische Atomwaffen in der Ukraine einzusetzen, warnte der EU-Außenbeauftrage Josep Borrell, dass dies verheerende Folgen für Russland haben würde. 

"Jeder nukleare Angriff auf die Ukraine wird eine Antwort hervorrufen. Zwar keine nukleare Antwort, aber eine so starke militärische Antwort, dass die russische Armee vernichtet wird". Putin solle nicht bluffen, fügte Borrell hinzu.

Tagung der Nuklearen Planungsgruppe

Warnungen gab es auch vom Nato-Generalsekretär Stoltenberg nach einem Treffen der sogenannten "Nuklearen Planungsgruppe" in Brüssel. "Die nukleare Rhetorik von Präsident Putin ist gefährlich und unverantwortlich. Wir nehmen diese Drohung ernst, und bleiben wachsam," sagte Stoltenberg in einer Pressekonferenz nach dem Treffen der Nuklearen Planungsgruppe, die unter Geheimhaltung tagt. „Wir werden uns nicht einschüchtern lassen. Jeder Einsatz von Atomwaffen würde die Natur des Konflikts grundlegend verändern und schwerwiegende Konsequenzen haben," so Stoltenberg weiter.

"Nato ist keine Bedrohung für Russland"

Eine Haltung, die auch die Atommacht USA teilt, sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin nach dem Treffen mit seinen Nato-Kollegen: "Unverantwortliche und rücksichtslose Rhetorik ist gefährlich. Und da wir Zeugen von nuklearem Säbelrasseln werden, halten wir das nicht für sehr hilfreich", sagte Austin. "Noch einmal: es ist gefährlich. Und noch einmal: Die Nato stellt keine Bedrohung für Russland dar."

Immer wieder betont das Militärbündnis, dass es nicht Kriegspartei sei. Doch Russland sieht einige Nato-Mitglieder als Kriegspartei an, weil sie die Ukraine mit Waffen unterstützen und auch ukrainische Soldaten an westlichen Waffensystemen ausbilden.