"Rettet Saakaschwili": Demonstranten fordern Freilassung des Ex-Präsidenten

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Von Mariam Kukhilava, Euronews Georgien
Demonstrant:innen fordern die Freilassung von Georgiens früherem Präsidenten Saakaschwili
Demonstrant:innen fordern die Freilassung von Georgiens früherem Präsidenten Saakaschwili   -   Copyright  Captura de pantalla

In zahlreichen georgischen und europäischen Städten haben Menschen gegen die Inhaftierung des früheren georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili protestiert. Sie fordern seine Freilassung und eine ärztliche Behandlung im Ausland, nachdem öffentliche Bilder eine offensichtliche Verschlechterung seines Gesundheitszustands zeigten.

"Wir schließen uns weltweiten Protesten an, wegen des Gesundheitszustands des dritten georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili. Die Kundgebung wurde von ukrainischen Freunden organisiert, und nun finden auch in anderen Ländern Kundgebungen statt. Die Hauptbotschaft lautet: Rettet ein Leben, rettet Micheil Saakaschwili", kommentiert Akaki Minaschwili, der für die Partei Saakaschwilis Partei "Vereinte Nationale Bewegung" im Parlament sitzt.

Verurteilung Saakaschwilis politisch motiviert?

Saakaschwili wurde nach seiner Rückkehr nach Georgien im Herbst 2021 festgenommen. Derzeit verbüßt er in einem georgischen Gefängnis eine sechsjährige Haftstrafe wegen Machtmissbrauchs. Seine Unterstützer:innen glauben, dass die Verurteilung des früheren Staatschefs politisch motiviert war.

Nach wochenlangem Hungerstreik zeigten sich erste Anzeichen einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands. Internationale und lokale Ärzteteams sind der Ansicht, dass Micheil Saakaschwili an einer rasch fortschreitenden Demenz leidet. Einige Ärzte glauben, dass sein Gesundheitszustand mit einer angeblichen Vergiftung mit Schwermetallen zusammenhängen könnte.

Streit über Gesundheitszustand des 55-Jährigen

Im Justizministerium sind einige der Auffassung, dass Saakaschwili den Gesundheitsverfall nur simuliere, um die Vollstreckung der Justiz zu behindern und internationale Partner in die Irre zu führen.

Auch vor dem Gebäude der Präsidialverwaltung fand eine Protestkundgebung statt.

"Der Druck auf die georgische Präsidentin Salomé Surabischwili erhöht sich. Bereits seit einigen Wochen finden Demonstrationen vor der georgischen Präsidialverwaltung statt, an denen sich Bürger:innen, Diplomaten, Politiker:innen und georgische Ärzt:innen beteiligen. Sie alle fordern die Präsidentin auf, den inhaftierten Micheil Saakaschwili zu begnadigen. Sie sagen, dass sich der Gesundheitszustand des dritten Präsidenten des Landes täglich verschlechtert, mit möglicherweise fatalen Folgen.

Dies ist ein Bericht von Mariam Kukhilava, Euronews Georgia.