Brexit bremst den Eurostar - Passkontrollen verschrecken die Gäste

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Von euronews
Reisende am Bahnhof St. Pancras International in London besteigen den Hochgeschwindigkeitszug Eurostar nach Paris
Reisende am Bahnhof St. Pancras International in London besteigen den Hochgeschwindigkeitszug Eurostar nach Paris   -   Copyright  Kelvin Chan/Copyright 2020 The AP.

Passkontrollen nach dem Brexit bremsen Reisende im Eurostar nach Grossbritannien aus – so sehr, dass manche Züge zu fast einem Drittel weniger ausgelastet werden können. Verbindungen über den Ärmelkanal von Paris und Amsterdam nach London würden durch längere Passkontrollen behindert.

Britische Reisende müssen ihre Dokumente bei der Ein- und Ausreise aus der EU abstempeln lassen, was die Durchfahrt auch an britischen Grenzübergängen in europäischen Bahnhöfen verlangsamt. EU-Bürger wiederum müssen nachweisen, dass sie die britischen Einwanderungsbestimmungen einhalten.

"Wir waren nicht in der Lage, das Serviceniveau von 2019 wieder zu erreichen, weil die Grenzkontrollen zu langsam sind", so Gwendoline Cazenave, Vorstandsvorsitzende von Eurostar. 

Cazenave fügte hinzu, dass es nicht genügend Grenzbeamte gebe, um Pässe zu kontrollieren, und dass sie sich Sorgen über die künftige Einführung eines neuen digitalen Einreise-/Ausreisesystems (EES) für den Schengen-Raum mache, das voraussichtlich noch in diesem Jahr eingeführt werde.

"Früher haben wir unsere Kunden gebeten, eine halbe Stunde vor dem Zug anzukommen, jetzt ist es eine Stunde", so Cazenave. 

Eurostar fusioniert mit Thalys

Die Eurostar-Gruppe umfasst den Eurostar-Service von Frankreich und Belgien nach London und den französisch-belgischen Hochgeschwindigkeitszug Thalys, der Köln, Amsterdam, Brüssel und Paris miteinander verbindet.

Die Gruppe stellte einen ehrgeizigen Plan vor, bis 2030 auf 30 Millionen Fahrgäste pro Jahr zu wachsen. Eurostar wäre 2021 fast in Konkurs gegangen, und auch Thalys suchte Hilfe bei seinen Aktionären. Der neue Konzern hat Schulden in Höhe von 960 Millionen Euro.