Parole Stillstand: Breite Mobilisierung gegen Macrons Rentenreform legt Frankreich lahm

Die Gwersckaften rechneten mit 2 Millionen Menchen auf der Straße.
Die Gwersckaften rechneten mit 2 Millionen Menchen auf der Straße. Copyright Jeremias Gonzalez/AP
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Von Euronews mit DPA/AFP/AP
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Die Gewerkschaften sprechen von einer historischen Mobilisierung, Jean-Luc Mélenchon von der Linkspartei LFI forderte ein Referendum oder die Auflösung der Nationalversammlung, um eine Blockade des Landes zu verhindern.

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Monsterstaus, massive Bahn- und Flugausfälle, keine Müllabfuhr, geschlossene Schulen und blockierte Raffinerien: In Frankreich hat ein erneuter Aktionstag gegen die Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron zu massiven Behinderungen geführt.

"Historische Mobilisierung"

Pendler:innen spürten es schon früh am Morgen: "Es gibt nicht viele Züge, für diejenigen, die zur Arbeit fahren müssen, ist es ziemlich kompliziert, vor allem, wenn man weit weg wohnt. Aber ich verstehe auch, dass die Leute es satthaben, länger zu arbeiten."

Den Gewerkschaften, die zum "Stillstand des Landes" aufgerufen hatten zufolge gelang eine breitere Mobilisierung als an den vorherigen Streiktagen. Mehr als 2 Millionen Demonstrant:innen wurden diesmal auf den Straßen erwartet.

Der Generalsekretär der CFDT, Laurent Berger, sprach von einer "historischen Mobilisierung", sein Kollege von der CGT, Philippe Martinez, versicherte, es sei die stärkste seit Beginn des Konflikts. 

Der Kampf - so die Ansage - soll in den kommenden Tagen weitergehen.

Wer muss das letzte Wort haben? "Ganz klar das Volk!"

Die Bewegung sei in eine kritische Phase eingetreten, erklärte Jean-Luc Mélenchon von der Linkspartei LFI vor der Kundgebung in Marseille. "In einer großen Anzahl von Sektoren, die für das Leben des Landes entscheidend sind, ist der Streik fortsetzbar. Wir müssen damit rechnen, dass morgen und übermorgen Tage einer sehr intensiven und gerechtfertigten sozialen Mobilisierung sein werden."

Er forderte ein Referendum oder die Auflösung der Nationalversammlung, um eine Blockade des Landes zu verhindern. Der Wille Macrons und der des Volkes stünden sich gegenüber. Wer müsse das letzte Wort haben? "Ganz klar das Volk!"

An den beiden großen Pariser Flughäfen wurden bis zu 30 Prozent der Flüge gestrichen. Die Bahngesellschaft SNCF sagte 80 Prozent der TGV- und Regionalverbindungen ab. Die Streikquote lag am Mittag laut Gewerkschaftsquelle bei 39% und damit niedriger als am 19. Januar (46,3%), dem ersten Tag der Mobilisierung gegen die Rentenreform. Beim staatlichen Stromversorger EDF streikten 41% der Belegschaft.

An wichtigen Verkehrsknotenpunkten des Landes kam es zu Blockaden - dementsprechend groß das Verkehrschaos. Dennoch: Umfragen zeigen, dass die Bevölkerung die Pläne der Mitte-rechts-Regierung, das Alter für den regulären Renteneintritt von 62 auf 64 Jahre anzuheben, mehrheitlich ablehnt.

Auch die, die erst in vielen Jahren davon betroffen sein werden: Schüler:innen und Student:innen im ganzen Land. Zahleiche Schulen und Universitäten warden blokiert, etwa ein Drittel der Lehrkräfte im Ausstand.

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