FBI verhaftet nach Pentagon-Datenleck 21-jährigen Verdächtigen

Pentagon-Sprecher Patrick Ryder
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Von Julika Herzog mit dpa, AFP, AP
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Der 21-jährige Jack Teixeira sei Angehöriger der Nationalgarde und soll die Geheimdienstdokumente in einer Chat-Gruppe auf der Gaming-Plattform Discord verbreitet haben.

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Die Bundespolizei FBI hat im Zusammenhang mit dem Geheimdienst-Datenleck einen 21-jährigen Angehörigen des US-Militärs in Massachusetts festgenommen.

21-jährige Jack Teixeira war Angehöriger der Nationalgarde

Der 21-jährige Jack Teixeira sei Angehöriger der Nationalgarde und soll die Geheimdienstdokumente in einer Chat-Gruppe auf der Gaming-Plattform Discord verbreitet haben. Der Mann soll dort eine Chat-Gruppe geleitet haben. Er habe die brisanten Unterlagen zunächst als Abschriften mit der Gruppe geteilt und dort später Fotos von ausgedruckten Dokumenten hochgelade, anscheinend um die Mitglieder zu beindrucken. 

Justizminister Garland sagte, der Festgenommene müsse nun vor einem Gericht in Massachusetts erscheinen: "FBI-Agenten haben Teixeira heute Nachmittag ohne Zwischenfälle in Gewahrsam genommen. Er wird zunächst vor dem US-Bezirksgericht für den Bezirk Massachusetts erscheinen."

Jack Teixeira ist laut Facebook-Posts Flieger erster Klasse der Nationalgarde von Massachusetts und einer Geheimdiensteinheit der US-Air Force zugeteilt. Er ist demnach "Spezialist für Cyber-Transportsysteme", also ein IT-Spezialist, der für militärische Kommunikationsnetze verantwortlich ist.

Pentagon spricht von einer "vorsätzlichen kriminellen Handlung"

Teixeira wird vorraussichtlich wegen Verstößen gegen das US-Spionagegesetz angeklagt, die mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden. Der 21-Jährige, der für das wahrscheinlich größte Datenleck von Geheimdienstdokumenten seit den Wikileaks von Edward Snowden verantwortlich sein soll, könnte für jedes geleakte Dokument gesondert angeklagt werden.

Das Pentagon ordnete eine interne Untersuchung an: „Es ist wichtig zu verstehen, dass wir strenge Richtlinien zum Schutz geheimer und sensibler Informationen haben. Dies war eine vorsätzliche kriminelle Handlung, ein Verstoß gegen diese Richtlinien“, so Pressesprecher Patrick Ryder.

Schon seit Wochen kursieren im Internet die bis zu 100 geheimend Dokumente von US-Stellen - angeblich vom Nachrichtendienst CIA und vom Pentagon - darunter sensible Informationen zum Ukrainekrieg, aber auch Details zu angeblichen Spähaktionen der USA gegen Verbündete wie die Ukraine selbst, Südkorea und Israek. Unklar ist, was davon authentisch ist und was möglicherweise bearbeitet worden sein könnte.

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