Auf Discord aufgetaucht: Wer steckt hinter Ukraine-Leaks aus dem Pentagon?

Das soziale Netzwerk Discord ist vor allem bei Nutzern und Nutzerinnen von Video-Games beliebt
Das soziale Netzwerk Discord ist vor allem bei Nutzern und Nutzerinnen von Video-Games beliebt Copyright Jeff Chiu/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Von Euronews mit AFP, AP, Bellingcat
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Der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat zusammen mit dem Justizministerium Ermittlungen zu den Leaks aus dem Pentagon mit brisanten Infos zum Ukraine-Krieg eingeleitet.

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Die US-Geheimdienste wollen "jeden Stein umdrehen" und nichts unversucht lassen, um herauszufinden, wer hinter den Leaks aus dem Pentagon steckt. Offenbar sind die geheimen Dokumente - vor allem zum Krieg in der Ukraine - zuerst im sozialen Netzwerk Discord aufgetaucht.

Die Plattform Discord ist vor allem unter Usern und Userinnen von Videospielen beliebt. 

Zuerst hatte die New York Times über die Existenz der Geheimdokumente berichtet, nachdem russische Telegram-Kanäle am 5. April fünf abfotografierte Dateien über den Krieg in der Ukraine geteilt hatten.

Schon länger auf der Gaming-Plattform Discord?

Laut den Investigativ-Journalisten von Bellingcat scheinen die Dokumente auf Anfang März datiert zu sein, etwa zu der Zeit, als sie erstmals auf Discord online gestellt wurden.

Bellingcat hat aber Beweise dafür gefunden, dass einige Dokumente, die auf Januar datiert sind, sogar noch früher online gestellt worden sein könnten, obwohl unklar ist, wann genau. Bellingcat sprach auch mit drei Mitgliedern der Discord-Community, in der die Bilder gepostet worden waren. Diese behaupteten, dass in den letzten Monaten noch viel mehr Dokumente auf anderen Discord-Servern geteilt worden seien.

Da die Kanäle nach der Kontroverse um die geleakten Dokumente gelöscht wurden, können die Aussagen nicht überprüft werden.

US-Ministerien haben Ermittlungen eingeleitet

Der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat zusammen mit dem Justizministerium Ermittlungen eingeleitet. Er nehme die Angelegenheit sehr ernst, erklärte Austin. Aber er könne noch nicht viel sagen, weil die Untersuchungen des Justizministeriums nicht abgeschlossen seien.

Die Quelle dieses Lecks ist offenbar immer noch nicht identifiziert: "Wir wissen nicht, wer dafür verantwortlich ist. Und wir wissen nicht, ob sie mehr Dokumente haben, die sie online posten können", erklärte der Pentagon-Sprecher mit der Frage: "Ist das für uns ein Grund zur Sorge? Absolut." 

Russland dementiert

Russland dementierte, hinter der Veröffentlichung der Dokumente zu stehen. "Diese Tendenz, Russland für alles die Schuld zu geben, wird epidemisch", reagierte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Ostermontag.

Wer hätte dann so viele vertrauliche Informationen veröffentlichen können? Moskau erklärte am Mittwoch, dass es sich bei den durchgesickerten geheimen US-Dokumenten über den Ukraine-Konflikt in Wirklichkeit um "Fälschungen" handeln könnte, mit denen Russland im Rahmen einer Desinformationskampagne Washingtons "getäuscht" werden solle. Zum jetzigen Zeitpunkt "haben wir keine Position (...) Vielleicht ist es ein Fake, eine bewusste Vergiftung", reagierte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow, der von russischen Nachrichtenagenturen zitiert wurde.

Spezialkräfte aus Nato-Staaten in der Ukraine

Laut der Geheimdokumente waren im März vor allem britische Eliteeinheiten im Krieg in der Ukraine im Einsatz, aber auch Spezialkräfte aus Lettland, Frankreich und anderen Nato-Staaten. Die Leaks zeigen auch, dass die USA die militärische Macht der Ukraine eher pessimistisch beurteilen.

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