"Alles fing an zu brennen": Mindestens 20 Tote in Uman nach russischen Angriffen

Uman wurde Ziel russischer Angriffe
Uman wurde Ziel russischer Angriffe Copyright Bernat Armangue/AP Photo
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Von Euronews mit dpa
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Nach den nächtlichen russischen Angriffen auf mehrere Städte in der Ukraine sind die Opferzahlen gestiegen. Allein in Uman kamen mindestens 20 Menschen ums Leben. Derweil empfängt Präsident Selenskyj zwei treue Verbündete in Kiew.

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Nach den russischen Angriffen auf mehrere Städte der Ukraine sind die Zerstörungen massiv. In Uman, im Zentrum des Landes, wurde ein neunstöckiges Wohngebäude im Morgengrauen bombardiert. Dabei wurden nach Angaben des Ministeriums für innere Angelegenheiten der Ukraine mindestens 20 Menschen getötet und 18 verletzt.

"In diesem Teil des Gebäudes haben nach vorläufigen Angaben 109 Menschen gelebt, in 46 Wohnungen", sagte der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko. 27 seien vollständig zerstört. "Wir machen Tür-zu-Tür-Besuche in der Nachbarschaft. Rund zehn mehrstöckige Gebäude wurden beschädigt. Wir müssen in jede Wohnung gehen, um sicherzustellen, dass es keine Verletzten oder Toten gibt."

Bernat Armangue/AP Photo
Löscharbeiten an einem Wohngebäude in UmanBernat Armangue/AP Photo

Ein Bewohner des Wohnblocks erzählt, dass sie um 4:30 Uhr eine Explosion gehört hätten. "Wir kamen runter und stellten fest, dass das Auto nicht mehr fahren konnte, es war beschädigt. Dann haben wir eine Runde gedreht und und sind dann wieder zurückgegangen." Es habe zwei sehr starke Explosionen gegeben, alles habe zu brennen angefangen, "Autos fingen an zu brennen".

In der Stadt Dnipro starben bei nächtlichem Beschuss eine Frau und ein dreijähriges Kind. Das teilte der Bürgermeister der Stadt, Borys Filatow, mit. Details nannte er nicht.

Nach seinem Besuch in der ukrainischen Stadt Butscha ist der tschechische Präsident Petr Pavel in Kiew eingetroffen. Zusammen mit seiner slowakischen Amtskollegin Zuzana Caputova wollen beide Staatsoberhäupter zu Gesprächen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammenkommen.

Tschechien und die Slowakei gehören seit Beginn der russischen Invasion zu den engagiertesten politischen und militärischen Unterstützern der Ukraine. Die Slowakei hatte schon kurz nach Kriegsbeginn ihr eigenes Luftabwehr-Raketensystem der Ukraine übergeben und war ein Jahr später das erste EU- und Nato-Land, das offiziell die bereits erfolgte Lieferung von Kampfflugzeugen bestätigt hatte. Seither lieferten beide Länder neben anderen Rüstungsgütern auch Panzer.

Caputova hatte schon Ende Mai 2022 auf Einladung Selenskyjs die Ukraine besucht und neben Kiew auch zwei vom Kriegsgeschehen schwer betroffene befreite Städte besichtigt. Pavel reist zum ersten Mal seit seiner Vereidigung am 9. März in die Ukraine. Caputova hob auf Facebook die Gemeinsamkeit der Reise hervor. Sie bedeute "eine neue Ära" der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, die bis zum Jahreswechsel 1992/93 den gemeinsamen Staat Tschechoslowakei gebildet hatten.

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