Prorussische Demonstrationen in Niamey: Appell des gestürzten Präsidenten

Demonstranten in Niamey am 3. August 2023
Demonstranten in Niamey am 3. August 2023 Copyright Sam Mednick/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von Euronews mit AP, dpa
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Der gestürzte Präsident Bazoum schrieb in einem Beitrag für eine US-Zeitung: "Dieser versuchte Putsch ist eine Tragödie für Nigrer, doch sein Erfolg hätte verheerende Folgen weit über unsere Grenzen hinaus",

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Die Militärmachthaber im Niger haben sich in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung gewandt und dabei den Abzug von Botschaftspersonal aus den vier Ländern Frankrfeich, USA, Nigeria und Togo angekündigt.

Ein Sprecher der Putschisten, Oberstleutnant Amadou Abdramane, kritisierte mehrere militärische Abkommen mit Frankreich und die Präsenz des französischen Militärs im Niger. Im Niger sind rund 1 500 Soldatinnen und Soldaten aus Frankreich stationiert.

Die Putschisten versprachen, im Falle einer "Aggression oder versuchten Aggression" gegen ihr Land durch Ecowas-Staaten "sofort" Vergeltung zu üben.

Evakuierung nach Wunstorf

Frankreich hat die Evakuierung seiner Staatsbürgerinnen und - bürger aus dem Land für beendet erklärt. 1079 Menschen seien insgesamt in Sicherheit gebracht worden, teilte das französische Außenministerium mit. Darunter seien 577 Französinnen und Franzosen und deren Angehörige.

Im niedersächsischen Wunstorf landete in der Nacht zu diesem Freitag eine Bundeswehrmaschine mit rund 30 aus dem Niger ausgereisten Personen an Bord. Unter ihnen sind wohl Bundeswehrsoldaten.

USA fordern Freilassung

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, sagte: "Wir fordern weiterhin die sichere Freilassung von Präsident Bazoum und seiner Familie...Wir unterstützen auch standhaft die Bemühungen der Ecowas, der Afrikanischen Union und Regierungen in der Region um die Vermittlung in dieser Krise."

In der nigrischen Hauptstadt Niamey demonstrierten erneut Tausende Menschen gegen die französische Truppenpräsenz im Land. Einige von ihnen schwenkten russische Fahnen. 

Der entmachtete und festgesetzte Präsident Mohamed Bazoum sagte in einem Gastbeitrag für die US-Zeitung Washington Post, der Putsch könne verheerende Folgen für die ganze Welt haben und die gesamte Sahelregion durch Söldner der Wagner-Gruppe unter russischen Einfluss bringen. Weiter schrieb Bazoum: "Dieser versuchte Putsch ist eine Tragödie für Nigrer, doch sein Erfolg hätte verheerende Folgen weit über unsere Grenzen hinaus.

Nach Putschen in Mali und Burkina Faso war der Niger das letzte der drei Nachbarländer in der Sahelzone, das von einer demokratisch gewählten Regierung geführt wurde. Bazoum wurde in der vergangenen Woche gestürzt.

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