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Legionellen-Alarm: 39 Migranten müssen "Bibby Stockholm" schon wieder verlassen

Die "Bibby Stockholm" im Hafen von Portland
Die "Bibby Stockholm" im Hafen von Portland Copyright BEN STANSALL/AFP or licensors
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Von Euronews mit DPA/AFP/AP
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Bis zu 500 Menschen sollen auf der "Bibby Stockholm" untergebracht werden. Jetzt wurde sie erst mal wieder geräumt - wegen Legionellen.

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Großbritannien hat 39 gerade erst auf der Bibby Stockholm untergebrachte Migranten vorsorglich wieder aus der schwimmenden Asylunterkunft entfernt. Bei Proben aus dem Wassersystem waren erhöhte Legionellenwerte festgestellt worden, die weitere Untersuchungen erforderlich machen.

Kein direktes Risiko für die lokale Bevölkerung

Keine der Personen an Bord hat Symptome der Legionärskrankheit gezeigt, die Asylbewerber würden angemessen beraten und unterstützt, hieß es in einer Mitteilung des Innenministeriums, das für Einwanderungsfragen zuständig ist.

Es bestehe auch kein direktes Risiko für die lokale Bevölkerung, da die Bakterien auf dem Kahn und nicht in der öffentlichen Wasserversorgung nachgewiesen worden seien. Die Flüchtlingshilfeorganisation Care4Calais kritisierte der Nachrichtenagentur PA zufolge, die Politik müsse nun erkennen, dass die Unterbringung von Flüchtlingen auf Lastkähnen "unhaltbar" sei.

Bis zu 500 Menschen sollen auf die "Bibby Stockholm"

Nach wochenlangen Verzögerungen, unter anderem wegen Brandschutzkontrollen, waren die ersten am vergagenen Montag auf dem Schiff angekommen, trotz massiver Kritik von Menschenrechtsorganisationen.

Die britische Regierung will insgesamt bis zu 500 Menschen auf der "Bibby Stockholm" unterbringen, bis über deren Asylverfahren entschieden ist.

Dies ist Teil der umstrittenen auf Abschreckung setzenden verschärften britischen Asylpoltik. Damit will der konservative Premierminister Rishi Sunak sowohl ein Platzproblem bei der Unterbringung von Migranten lösen als auch hohe Kosten durch Hotelzimmer vermeiden. 

Die Regierung will weitere ähnliche Lastkähne einsetzen. Die Unterbringung ist umstritten. Die Feuerwehrgewerkschaft sprach von einer potenziellen Todesfalle.

"Schwimmendes Gefängnis"

In Portland, wo der Kahn vor  Anker liegt, hat das Projekt eine große Kontroverse ausgelöst und den Zorn der Anwohner erregt. Einige fürchten um ihre Sicherheit, während andere ein "schwimmendes Gefängnis" anprangern. Die Behörden weisen diesen Begriff zurück und versichern, dass die Asylbewerber nach Belieben ein- und ausgehen können.

Der 93 Meter lange 27 Meter breite Lastkahn hatte bereits Mitte der 1990er Jahre in Hamburg Asylsuchende und Obdachlose beherbergt. Danach diente er als Unterkunft für  für Ölarbeiter.

Legionellen können bei Menschen Krankheiten von grippeartigen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen auslösen.

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