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Manipulationsvorwürfe - Wahlen in Simbabwe um einen Tag verlängert

Wahllokal in Simbabwe
Wahllokal in Simbabwe Copyright Tsvangirayi Mukwazhi/AP
Copyright Tsvangirayi Mukwazhi/AP
Von Julika Herzog mit dpa, AFP, AP
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In Simbabwe sind die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen aufgrund "logistischer Verzögerungen" um einen Tag verlängert worden. Die Opposition wirft der Regierung von Amtsinhaber Mnangagwa Wahlmanipulation vor.

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Favorit und Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa will damit allen 6,6 Millionen Wahlberechtigten die Stimmabgabe ermöglichen. Viele Wahllokale in den Städten konnten nicht pünktlich öffnen, da die Wahlunterlagen nicht rechtzeitig geliefert wurden.

Oppositionsführer Nelson Chamisa und aussichtsreichster Konkurrent des amtierenden Präsident warf der Regierung indes Wahlmanipulation und Einschüchterung von Wählern vor.

Schwere Wirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit und Inflation

Hauptthema der Wahl ist die schlechte Wirtschaftslage. Simbabwes Wirtschaft befindet sich in einer schweren Krise mit hoher Arbeitslosigkeit und galoppierender Inflation.

Insgesamt 10 Kandidaten wetteifern um das Spitzenamt, aber der eigentliche Wettbewerb findet zwischen Mnangagwas regierender Zanu-PF-Partei und dem 45-jährigen Chamisa von der Citizens Coalition for Change statt - der Mnangagwa bei der letzten Wahl 2018 nur knapp unterlegen war.

Beobachter rechnen mit einer Wiederwahl des 80-jährigen Mnangagwa und seiner seit Jahrzehnten regierenden ZANU-PF.

Die Wahlkommission hat fünf Tage Zeit, um das offizielle Wahlergebnis zu verkünden. Bekommt keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen, gibt es eine Stichwahl am 2. Oktober.

Opposition wirft Wahlmanipulation vor

Unter teils chaotischen Umständen wurde in Simbabwe ursprünglich nur am Mittwoch über den künftigen Präsidenten und die Parlamentsabgeordneten abgestimmt.

Neben der Verspätungen bei der Öffnung vieler Wahllokale, wurden in mehreren Städten des südafrikanischen Landes zudem Flugblätter verteilt, die behaupteten, der wichtigste Präsidentschaftskandidat der Opposition, Nelson Chamisa von der Partei CCC, habe sich aus dem Rennen zurückgezogen. Die CCC machte für die Aktion eine private Organisation verantwortlich, die enge Verbindungen zur Regierungspartei Zanu-PF von Präsident Emmerson Mnangagwa haben soll.

Zudem erhob die CCC den Vorwurf, einige ihrer Mitglieder seien von den Wahlzetteln entfernt oder Kandidaten der Regierungspartei als Oppositionskandidaten aufgeführt worden, um der Opposition Stimmen abzunehmen. Insbesondere in den Städten wurden eigentlich starke Wahlergebnisse für die Opposition erwartet.

"Rigorosen Einschüchterung durch Mnangagwa"

Ein Sieg der Opposition sei angesichts der rigorosen Einschüchterung und Manipulationen durch Mnangagwa unwahrscheinlich, sagte Barbara Groeblinghoff, die Landesbüroleiterin der Friedrich-Naumann-Stiftung in Simbabwe. "Der amtierende Präsident Emmerson Mnangagwa und seine Partei Zanu-PF setzen alles daran, ein knappes Ergebnis zu verhindern. Er scheint davon auszugehen, dass ein hoher Wahlsieg zu seinen Gunsten ihm die Legitimität gibt, die er braucht."

In dem südafrikanischen Land mit rund 16 Millionen Einwohnern kommt es rund um Wahlen immer wieder zu Gewalt und Manipulationsvorwürfen. Von 1987 bis 2017 führte Langzeitmachthaber Robert Mugabe das Land mit harter Hand. Nach dem Sturz Mugabes durch das Militär kam der ehemalige Vizepräsident Mnangagwa an die Macht. Die Wahl ein Jahr später, die Mnangagwa gewann, war ebenfalls von Gewalt und Unterdrückung überschattet.

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