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Ätna-Guides protestieren gegen neue Zugangsregeln am aktivsten Vulkan Europas

Wanderer strömen zum Ätna. Sie wollen das Vulkanspektakel aus nächster Nähe erleben.
Wanderer strömen zum Ätna. Sie wollen die Naturschauspiele des Vulkans aus nächster Nähe erleben. Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Giuseppe Distefano, Giada Zampano Giuseppe Distefano and Giada Zampano mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das Gesetz schreibt vor: Ab einer bestimmten Höhe darf man den Vulkan nur mit einem qualifizierten Guide besteigen.

Guides, die Wanderer auf den Ätna in Sizilien begleiten, sind zum ersten Mal seit Jahrzehnten in den Streik getreten.

Sie protestieren gegen strengere Auflagen der örtlichen Behörden. Diese folgten auf eine Serie von Ausbrüchen des Riesen in den vergangenen Wochen.

Die Behörden in Catania haben aus Sicherheitsgründen Touren zu den Lavaströmen ausgesetzt oder stark eingeschränkt.

Ätna-Guides streiken wegen neuer Auflagen

Der Ätna liefert oft spektakuläre Shows. Touristen strömen auf die Hänge, um das Schauspiel aus nächster Nähe zu sehen.

Ab einer bestimmten Höhe ist der Aufstieg mit einem qualifizierten Guide vorgeschrieben.

Am Mittwoch demonstrierten Dutzende dieser offiziellen Guides am Zugang zum Lavafeld des Ätna. Sie halten die neuen Regeln für überzogen und betonen, die Lavaströme bewegten sich so langsam, dass man sie sicher beobachten könne. Das war auch in der Vergangenheit so.

Am Dienstagabend postierte die Forstpolizei Kräfte an den Hängen und setzte die Auflagen durch. Laut lokalen Medien wurden einundzwanzig Personen wegen Verstößen gemeldet.

„Diese Maßnahmen hebeln die Rolle der Guides faktisch aus. Sie nehmen ihnen Können, Aufgabe und berufliche Verantwortung“, heißt es in einer Erklärung des regionalen Gremiums der Guides.

Die Guides wollen ihren Streik in den kommenden Tagen fortsetzen. Sie hoffen auf einen Kompromiss mit den Behörden, der ihren Beruf schützt und zugleich die Sicherheit der Besucher gewährleistet.

Die zweiunddreißigjährige Touristin Claudia Mancini sagt, sie sei aus Palermo für eine geführte Ätna-Tour angereist.

„Leider kam die Nachricht, dass alle Aktivitäten abgesagt sind“, sagt Mancini. Sie habe Verständnis für die Guides in einer Lage, die niemanden glücklich mache.

Was genau regeln die neuen Auflagen am Ätna?

Nach Sonnenuntergang sind die Lavaströme besonders spektakulär. Nach den neuen Regeln sind Touren aber nur bis zur Dämmerung erlaubt.

Besuchende dürfen sich dem Lavafluss nicht näher als zweihundert Meter nähern. Eine schon zuvor geltende Obergrenze von zehn Personen pro Gruppe wird strikt durchgesetzt. Auch mit Drohnen.

Die jüngsten Auflagen folgten, nachdem der Ätna an Heiligabend eine Reihe von Ausbrüchen begann.

Die vorderste Lavazunge erreichte nach Angaben der Behörden eine Höhe von 1.360 Metern über dem Meeresspiegel. Nach rund zwei Meilen kam sie zum Stillstand und ging in eine Abkühlungsphase über.

Für nahe Wohngebiete besteht demnach keine Gefahr. Auch für Wandernde mit Guides nicht, sagen Vulkanologen.

„Unter allen Ausbrüchen des Ätna der vergangenen Jahre habe es keinen gegeben, der so harmlos, angenehm und so wenig gefährlich sei“, schrieb der in Catania tätige Vulkanologe Boris Behncke vom Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) auf Facebook.

„Ich weiß nicht, was in aller Welt jene geritten hat, die diese Verordnungen erlassen haben. Gerade in einem Gebiet, das viel mehr Einsatz bräuchte, um der Gemeinschaft und der Umwelt zu dienen, die uns beherbergt und ernährt.“

Italiens Nationales Institut für Geophysik und Vulkanologie bestätigte diese Woche, dass der Ausbruch anhält. Die Lavafronten kühlen jedoch ab und rücken nicht weiter vor.

„Das ist ein Lavafluss, der sehr langsam über ein mittlerweile flaches bis halbflaches Gelände hinabfließt“, sagte Dario Teri. Er gehört der sizilianischen Vereinigung der Alpin- und Vulkan-Guides an und nahm an der Protestaktion am Mittwoch teil.

Ist ein Besuch am Ätna während eines Ausbruchs sicher?

Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan und zugleich der größte des Kontinents. Er zieht Wandernde und Rucksackreisende an. Wer es ruhiger mag, genießt den Blick aus der Ferne – am eindrucksvollsten vom Ionischen Meer.

Mit 3.350 Metern Höhe und 21,7 Meilen Breite bietet der sizilianische Riese häufig einen Logenplatz für die Kraft der Natur.

Im Juni vergangenen Jahres zwang ein massiver Ausbruch Touristen zur Flucht. Über ihnen stieg eine mehrere Kilometer hohe Wolke aus heißen Gasen, Asche und Gestein in den Himmel.

Der Gigant wird jedoch eng überwacht. Warnungen erfolgen in der Regel frühzeitig. Selbst bei Aktivität sind daher viele Wege weiter sicher. Zudem gibt es zahlreiche Routen, die den Gipfel und die Krater mit ihren Explosionen weiträumig meiden.

Empfohlen wird dennoch, sich stets von einer lokalen Agentur oder einem ortskundigen Guide begleiten zu lassen. Wer über die Marke von 2.900 Metern hinaus will, muss obligatorisch einen Guide buchen.

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