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Messerattacke auf Lehrer in Arras: Frankreich verhängt höchste Terrorwarnstufe

Höchste Terrorwarnstufe mit Sicherheitspatrouillen in Frankreich
Höchste Terrorwarnstufe mit Sicherheitspatrouillen in Frankreich Copyright Michel Spingler/AP Photo
Copyright Michel Spingler/AP Photo
Von Euronews mit AFP/DPA
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Präsident Macron rief zur Geschlossenheit auf und erhöhte Schutz der Schulen in Frankreich. Laut Innenminister Darmanin besteht ein Zusammenhang zwischen Anschlag und dem Aufflammen des Konflikts in Nahost.

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Frankreich hat nach der tödlichen Messerattacke eines Islamisten in einer Schule die höchste Terrorwarnstufe verhängt. Präsident Macron versprach bei einem Besuch im nordfranzösischen Arras, für die Sicherheit an Frankreichs Schulen zu sorgen.

Ein islamistisch radikalisierter junger Mann hatte am Freitag einen Lehrer mit einem Messer getötet und drei weitere Menschen schwer verletzt. Die Polizei nahm den Angreifer fest.

Xavier Bertrand, Präsident des Regionalrats der Region Haut de France sagte: "Wir sind das Land, in dem die größte Gefahr besteht, eine der größten Gefahren. Wir wissen, dass islamische Terroristen in unserem Land bereits zugeschlagen haben und weiter zuschlagen werden, wenn wir nicht die notwendigen Maßnahmen ergreifen."

"Kein Versagen der Sicherheitsbehörden "

Laut Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin besteht einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag und der jüngsten Eskalation in Nahost. Die Staatsanwaltschaft für Terrorismus­bekämpfung hat Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes mit terroristischem Hintergrund aufgenommen.

Der 20 Jahre alte Täter habe während seines Angriffs auf Arabisch "Gott ist groß" gerufen, teilte Antiterrorstaatsanwalt Jean-François Ricard mit.  Schüler kamen bei der Attacke nicht zu Schaden, die Klassen verschanzten sich in ihren Klassenräumen und harrten dort längere Zeit aus, bis es Entwarnung gab. 

Neben dem Angreifer seien weitere Personen festgenommen worden, sagte Ricard. Nach Medienberichten befinden sich darunter der ebenfalls radikalisierte ältere Bruder des Täters, eine Schwester, die Mutter und ein Onkel.

Der Angreifer stammt aus Tschetschenien. Wie Innenminister Darmanin in den Abendnachrichten auf TF1 sagte, sei der in Russland geborene Täter seit kurzem in einer Datei für radikalisierte Personen geführt und seit einigen Tagen abgehört worden. Zuletzt sei er am Donnerstag - also einen Tag vor der Attacke - von der Polizei intensiv kontrolliert worden, es sei aber keine konkrete Bedrohung festgestellt oder eine Waffe gefunden worden. "Es war ein Wettlauf gegen die Zeit", sagte der Minister. Von einem Versagen der Sicherheitsbehörden könne keinesfalls gesprochen werden.

Familie des Angreifers sollte 2014 abgeschoben werden

Wie die Zeitung "Le Parisien" unter Verweis auf die Behörden berichtete, sei der ältere Bruder des Angreifers bereits 2019 wegen der Vorbereitung eines Anschlags festgenommen und als Mitglied einer terroristischen Organisation zu einer Haftstrafe verurteilt worden. 

Die insgesamt siebenköpfige Familie, die 2008 nach Frankreich kam, hätte demnach eigentlich bereits 2014 abgeschoben werden sollen, weil ihr kein Asyl zustand. Verbände vor Ort verhinderten das in letzter Minute, wie die Zeitung berichtete. Wie Darmanin sagte, hätte der Angreifer nach aktuellem Recht trotz seiner Radikalisierung nicht abgeschoben werden können, weil er im Alter von weniger als 15 Jahren nach Frankreich gekommen war.

Der Anschlag ereignte sich fast auf den Tag genau drei Jahre nach der Ermordung des französischen Geschichtslehrers Samuel Paty durch einen islamistischen Angreifer.

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