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GPS-Störung zwingt finnisches Flugzeug zur Rückkehr nach Helsinki

ATR-72 den Finnair auf dem Flughafen in Tartu
ATR-72 den Finnair auf dem Flughafen in Tartu Copyright euronews-screengrab / Eesti Rahvusringhääling (ERR) via EBU
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Von Christoph DebetsEesti Rahvusringhääling (ERR)
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An zwei aufeinanderfolgenden Tagen musste die finnische Fluggesellschaft Finnair ihren Flug ins estnische Tartu abbrechen. Grund war eine Störung der Satellitennavigation, für die der russische Geheimdienst verantwortlich gemacht wird.

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Bereits zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden ist ein finnisches Verkehrsflugzeug wegen Störungen der Satellitennavigation kurz vor der Landung im estnischen Tartu nach Helsinki zurückgekehrt. Wie die finnische Fluggesellschaft Finnair mitteilte, waren die Linienflüge am Freitag- und am Samstagabend betroffen.

Nach Angaben der estnischen Luftfahrtbehörde treten seit Ende 2022 täglich solche Störungen auf, nicht nur in Estland, sondern auch in anderen an Russland angrenzenden Ländern.

Ende März wurde gemeldet, dass bis zu 1600 Flüge über Nordosteuropa von einem beispiellosen, 63 Stunden dauernden GPS-Störangriff betroffen waren. Auch um die Ukraine, das Schwarze Meer und das östliche Mittelmeer treten GPS-Störungen auf.

Neben dem das GPS-Jamming, das zum Verlust des GPS-Signals führt, wurde auch GPS-Spoofing festgestellt. Dabei wird ein falsches GPS-Signal gesendet und den Piloten so falsche Positionen und Höhen angezeigt.

Der Luftfahrtexperte Sven Kukemelk vermutet den russischen Geheimdienst hinter den Störaktionen. Diese seien aber womöglich nur ein Nebeneffekt der Kriegsführung: „Anscheinend gibt es hier irgendwelche Signale, die die Russen für uns zu stören versuchen und umgekehrt. Sie nutzen Radartechnik, um die Bewegung von Militäreinheiten zu überwachen. Bestimmte Frequenzen werden normalerweise zwischen den Ländern dafür vereinbart, aber selbstverständlich gelten solche Vereinbarungen nicht im Kriegsfall“, sagt Kukelmek.

Da Flugzeuge mehrere Navigationssysteme besitzen müssen, sollten die GPS-Störungen aber keine unmittelbare Gefahr für die Zivilluftfahrt darstellen.

Der Leiter des Flugverkehrsmanagements bei der estnischen Flugsicherung EANS, Mihkel Haug warnte davor, sich zu sehr auf Satellitennavigation zu verlassen: „Die allgemeine Richtlinie der Europäischen Union und des Luftfahrtsektors im Allgemeinen lautete, auf GPS umzusteigen. In der heutigen Situation müssen wir das neu bewerten.“

Der estnische Außenminister Margus Tsahkna bezeichnete die Störung des Flugverkehrs als einen „hybriden Angriff“. Er plane, das Problem gegenüber verbündeten Ländern zur Sprache zu bringen.

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