"Hölle auf Erden": Starke Regenfälle verschlimmern humanitäre Katastrophe im Gazastreifen

Die starken Regenfälle könnten über die Wintermonate anhalten.
Die starken Regenfälle könnten über die Wintermonate anhalten. Copyright Adel Hana/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von Euronews mit DPA, AFP
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Die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen wird durch starke Regenfälle weiter verschlimmert. Israel lehnt derweil den UN-Beschluss zur Forderung nach einem Waffenstillstand ab.

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Während die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen weitergehen, verschlimmern heftige Regenfälle die ohnehin katastrophale humanitäre Situation vor Ort.

UNRWA-Generalsekretär: "Hölle auf Erden" im Gazastreifen

Beim Globalen Flüchtlingsforum in Genf bezeichnete Philippe Lazzarini, der Generalsekretär des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), die Lage im Gazastreifen als "Hölle auf Erden".

"Den Bewohnern des Gazastreifens laufen die Zeit und die Möglichkeiten davon, da sie auf immer kleiner werdendem Raum mit Bombardierungen, Elend und Krankheiten zu kämpfen haben", sagte Lazzarini.

"Sie erleben das dunkelste Kapitel ihrer Geschichte seit 1948, und es handelt sich um eine leidvolle Geschichte", fügte er hinzu.

Nach Angaben der UNRWA wurden inzwischen 1,9 Millionen der 2,2 Millionen Bewohner:innen des Gazastreifens aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben. Viele schlafen unter freiem Himmel. Es wird erwartet, dass die Regenfälle in den kommenden Wintermonaten weiter zunehmen werden.

Israel lehnt UN-Beschluss zu Waffenstillstand ab

International verliert Israel den Rückhalt für seinen Krieg gegen die Hamas. Am Dienstagabend stimmten bei der UN-Vollversammlung 153 Länder für die Forderung nach einem Waffenstillstand. Deutschland enthielt sich bei der Abstimmung. 10 Länder stimmten dagegen, darunter Israel, die USA, Österreich und Tschechien.

Israel lehnt den UN-Beschluss entschieden ab. "Die Hamas hat schreckliche Verbrechen begangen und diejenigen, die einen Waffenstillstand unterstützen, ermöglichen es der Hamas, weiter zu überleben und mehr Gräueltaten zu begehen", sagte der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan.

US-Präsident Joe Biden fand gegenüber der israelischen Regierung mahnende Worte: Israel werde von der Europäischen Union und dem größten Teil der Welt unterstützt, beginne aber durch sein "willkürliches Bombardement" an Unterstützung zu verlieren.

Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden inzwischen 18.600 Menschen im Gazastreifen getötet, 50.000 weitere wurden verletzt.

Sieben Tote bei Razzia im Westjordanland

Das israelische Militär verkündete am Mittwoch, dass bei einem Einsatz in einem Flüchtlingslager in Dschenin im Westjordanland Waffen, Munition und Sprengkörper beschlagnahmt wurden.

Außerdem seien Tunnel, Beobachtungsposten und Sprengstofflabore entdeckt worden. Dabei kamen mindestens sieben Palästinenser:innen ums Leben, über zwölf wurden festgenommen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas 270 Palästinenser:innen im Westjordanland getötet.

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