Kennzeichen-Streit: Serbien lässt kosovarische Nummernschilder zu

Wer darf mit welchem Kennzeichen wo fahren: In Serbien und dem Kosovo tobte lange ein erbitterter Streit darüber.
Wer darf mit welchem Kennzeichen wo fahren: In Serbien und dem Kosovo tobte lange ein erbitterter Streit darüber. Copyright Marjan Vucetic/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Von Euronews mit AP, dpa
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Im Streit um die Anerkennung von Autokennzeichen bewegt sich Serbien einen Schritt auf das Nachbarland Kosovo zu: Autos mit kosovarischen Nummernschildern dürfen ab Januar ohne Einschränkungen in Serbien fahren.

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In Serbien dürfen Fahrzeuge mit kosovarischen Kennzeichen ab dem 1. Januar ohne Einschränkungen unterwegs sein. Das sieht eine Entscheidung der Regierung in Belgrad vor. Noch im Sommer hatte es Streit um die Nummernschilder gegeben. Es kam zu Krawallen und erhöhter Bereitschaft der serbischen Armee. Die EU vermittelte.

Die Regierung des Kosovo begrüßt die Entscheidung aus Belgrad. Ministerpräsident Albin Kurti sagte: "Die potenziellen Vorteile der Erleichterung der Freizügigkeit zwischen den beiden Staaten sind hervorzuheben. Diese Entscheidung folgt auf eine Jahrzehnte andauernde Sackgasse früherer Abkommen. Die bewusste Verwendung der Autokennzeichenfrage durch Serbien hat zur Eskalation der angespannten Sicherheitslage in unserer nördlichen Region beigetragen."

Keine Anerkennung der Unabhängigkeit

Allerdings weisen die serbischen Behörden an den Grenzübergängen mit Schildern darauf hin, dass die Regelung rein aus praktischen Gründen erfolge. Sie könne nicht als Anerkennung des Kosovo als eigenständiger Staat ausgelegt werden.

Die ehemalige serbische Provinz Kosovo wird heute überwiegend von Albanern bewohnt. Serbien beharrt auf seinem Anspruch auf das Territorium des seit 2008 unabhängigen kosovarischen Staates. Der Westen verlangt eine Beilegung des Konflikts und legte zu Jahresbeginn einen Plan vor, der eine faktische Anerkennung der Eigenstaatlichkeit des Kosovos durch Serbien vorsieht. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic verhandelte mit dem kosovarischen Ministerpräsidenten Albin Kurti, weigerte sich aber, irgendwelche Vereinbarungen zu unterzeichnen.

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