Gefährliche Wetterlage: Frost trifft auf Hochwasser

Schnee auf einem Feld bei einem "Soll" (Toteisloch) in Rehna, 5. Januar 2024
Schnee auf einem Feld bei einem "Soll" (Toteisloch) in Rehna, 5. Januar 2024 Copyright Jens Buttner/(c) Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Von Christoph Debets mit AP
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Auf die Überschwemmungsgebiete in Europa kommt ein Frosteinbruch zu. In Dänemark bereitet Glatteis Probleme, in Deutschland könnten die durchweichten Deiche brechen und Teile Großbritanniens und der Niederlande gleichen Seenplatten. In Frankreich befürchtet man, dass durchnässte Häuser einstürzen.

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Schneefall und heftige Regenfälle sorgen in ganz Europa weiterhin für Probleme.

In Dänemark hat Frost Schnee und Regen abgelöst. Glatteis erschwert das Überqueren von Straßen. Die Polizei in Ostjütland forderte die Menschen auf, unnötige Autofahrten zu vermeiden.

„Es stecken immer noch ein paar Autos fest. Und wir brauchen unsere Bergungsfahrzeuge, um dorthin zu gelangen. Die Straßen sind immer noch sehr glatt. Und jetzt setzen hier in den Abendstunden eisige Temperaturen ein“, sagte René Raffo von der Polizei Ostjütlands. „Das bedeutet, dass es unter dem Schnee sehr, sehr glatt sein wird“, fügte er hinzu.

In den Hochwassergebieten Großbritanniens wurden mehr als 1.000 Häuser und Geschäfte evakuiert.

In Gloucester verwandelten sich Straßen in Bäche, Äcker wurden zu Seen, Boote aus ihren Liegeplätzen gerissen.

Rekordstände bei Pegeln in England

Die Böden waren bereits gesättigt, als Sturm Henk mit heftigen Regenfällen zuschlug. Mehrere Hundert Hochwasserwarnungen sind in Kraft. Die Behörden gehen davon aus, dass die Auswirkungen der Überschwemmungen noch weitere fünf Tage anhalten könnten.

Nahezu alle englischen Flüsse verzeichnen „außergewöhnlich hohe“ Pegelstände, einige vermeldeten sogar Rekorde. Der River Itchen bei Southampton verzeichnete einen Pegel, der doppelt so hoch lag, wie der bisherige Dezemberrekordstand.

Die Pegelstände in den Niederlanden bleiben extrem hoch. Viele tiefliegende Gebiete wurden überschwemmt und in einigen Städten rund um das Ijsselmeer in der Nähe von Amsterdam schützten die Bewohner ihre Häuser mit Sandsäcken.

Dutzende ukrainische Flüchtlinge wurden über Nacht aus einem Hotel in der Nähe der Stadt Monnickendam nördlich von Amsterdam evakuiert, nachdem dieses durch das Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten worden war, berichtete der Lokalsender NH Nieuws.

Zahlreiche Straßen im Norden und Nordwesten der Niederlande waren wegen Überschwemmungen gesperrt.

Frankreich hilft Deutschland beim Kampf gegen das Hochwasser

In den Hochwassergebieten Niedersachsens herrscht weiter Angst vor einem Brechen der durchnässten Deiche.

Der Katastrophenschutz hat Millionen Sandsäcke verteilt, um Siedlungen und Deiche zu schützen.

In einem besonders schwer betroffenen niedersächsischen Dorf ist Hilfe aus Frankreich eingetroffen. Mitarbeiter des französischen Zivilschutzes reisten über 1200 Kilometer von südlich von Paris an, um im Rahmen des EU-Kooperationssystems für Katastrophenhilfe Beistand zu leisten.

„Wir werden eine Barriere bauen, die Sie hier sehen können. Diese Barriere wird mit Wasser gefüllt und einen Meter hoch sein. „Die Idee ist, einen mobilen Deich mit einer Länge von 650 Metern zu bauen, um zu verhindern, dass das Wasser hinter uns das Dorf überschwemmt“, erklärte Ludovic Penager von der französischen Zivilschutzeinheit.

Angst vor Frostschäden in Frankreich

In Frankreich werden die Temperaturen in den nächsten Tagen stark sinken. Den Bewohnern der vom Hochwasser betroffenen Region Pas-de-Calais bereitet der Kälteeinbruch Sorgen.

Wenn das Hochwasser nicht schnell genug zurückgeht, kann der Frost große Schäden an den feuchten Häusern verursachen.

„Es ist eine Katastrophe, wenn es friert. Alles kommt in Bewegung, die Wände werden brechen, alles. Durch den Frost explodiert alles. So kalt ist es“, sagte ein Bewohner von Montreuil-sur-Mer, wo die Menschen ihr Möglichstes tun, um ihre Häuser zu schützen.

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