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Überfall auf Rockkonzert: Festnahme von Verdächtigen bei Brjansk

Einsatzkräfte in der Crocus City Hall
Einsatzkräfte in der Crocus City Hall Copyright Sergei Vedyashkin/Moscow News Agency
Copyright Sergei Vedyashkin/Moscow News Agency
Von Christoph Debetseuronews & AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat Präsident Putin die Festnahme von elf Personen gemeldet, die an dem Überfall auf ein Rockkonzert in dem Moskauer Vorort Krasnogorsk beteiligt gewesen sein sollen.

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Nach dem Überfall auf das Rockkonzert in eine Moskauer Vorort sind elf Personen festgenommen worden. Das habe der russische Inlandsgeheimdienst FSB Staatspräsident Wladimir Putin mitgeteilt, berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.

Nach Angaben der russischen Ermittler waren vier der Festgenommenen direkt an dem Angriff beteiligt. Sie seien in der Region Brjansk im Westen Russlands angehalten worden, „unweit der Grenze zur Ukraine“, hieß es.

„Infolge der Maßnahmen der Sonderdienste und Strafverfolgungsbehörden wurden 11 Personen festgenommen, darunter 4 Terroristen, die direkt an dem Terroranschlag im Crocus City Hall beteiligt waren“, teilte der FSB mit. Es werde nach Komplizen und Hintermännern gesucht und alle Umstände des Terroranschlags ermittelt. "Es wurde bereits festgestellt, dass der Terroranschlag sorgfältig geplant wurde. Die von den Terroristen verwendeten Waffen wurden im Voraus in einem Versteck vorbereitet.“

„Nach dem Terroranschlag wollten die Kriminellen die russisch-ukrainische Grenze überqueren und verfügten über entsprechende Kontakte auf ukrainischer Seite“, teilte der Geheimdienst mit. „Die Ermittlungen zum Terroranschlag dauern an.“

Mindestens 115 Tote

Bei dem Angriff sind nach Behördenangaben mindestens 115 Menschen getötet worden, darunter drei Kinder.

Von russischen Staatsmedien am Samstag geteilte Bilder zeigten, dass sich eine Flotte von Einsatzfahrzeugen immer noch vor den Ruinen der Crocus City befindet. In dem Einkaufszentrum in Krasnogorsk am westlichen Rand Moskaus befindet sich eine Konzerthalle mit einer Kapazität von mehr als 6.000 Personen 

Nach Angaben des Vorsitzenden des Ausschusses für Informationspolitik der Staatsduma, Alexander Chinschtein, wurden in der Nähe von Briansk zwei Personen festgenommen worden, die dringend verdächtigt sind, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Das mutmaßliche Fluchtauto sei entdeckt worden.

Die russischen Behörden stufen den Überfall als Terrorakt ein. Bewaffnete Kämpfer  hatten am Freitagabend den Konzertsaal in dem riesigen Einkaufszentrum „Crocus City“ in Krasnogorsk, einem nordwestlichen Vorort von Moskau gestürmt, um sich geschossen und Feuer gelegt.

Die Gruppe "Islamischer Staat" bekannte sich in einer Erklärung, die über die ihr angeschlossenen Kanäle in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, zu dem Anschlag.

US-Warnung vor zwei Wochen

Die Vereinigten Staaten hatten Anfang des Monats Geheimdienstinformationen über mögliche Anschläge des afghanischen IS-Zweigs (Islamischer Staat-Khorasan, ISIS-K) auf größere Menschenmengen in Moskau an Russland weitergeleitet. In der Warnung war explizit von einem Anschlag auf ein Konzert die Rede.

Die Außenministerien der USA, Lettlands und Großbritanniens hatten Reisewarnungen herausgegeben. Damals war von einer Gefährdung innerhalb der kommenden 48 Stunden die Rede.

Die westlichen Warnungen erfolgten seinerzeit nur wenige Stunden nachdem der russische Inlandsgeheimdienst gemeldet hatte, dass er eine Terrorzelle des Islamischen Staates (IS) neutralisiert habe, die einen Anschlag auf Synagogen in Moskau vorbereitet hätte.

NTV: "Kiew steckt hinter dem Anschlag"

In einer Sondersendung strahlte der russische Fernsehsender NTV ein Video aus, in dem der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine Oleksiy Danilov, eine Beteiligung Kiews an dem Anschlag eingesteht. Nach Recherchen des oppositionellen russischen Medienportals Meduza handelt es sich dabei um eine Fälschung. In dem fraglichen Video sei bearbeitetes Filmmaterial von vor einigen Tagen verwendet worden.

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Admiral John Kirby erklärte, dass die USA keine Kenntnis von dem Anschlag gehabt hätten. Gleichzeitig sagte Kirby, dass es keine Hinweise auf eine Beteiligung der Ukraine gebe.

Kiew bestritt fast umgehend jede Beteiligung. Der Berater des ukrainischen Präsidenten Mykhailo Podolyak betonte, dass „die Ukraine niemals terroristische Methoden der Kriegsführung eingesetzt hat“.

Medienberichten zufolge drangen mehrere Personen (laut Zeugenaussagen drei bis fünf) in den Crocus City Gebäudekomplex ein, eröffneten das Feuer und bewegten sich in Richtung eines Konzertsaals, in dem ein Auftritt der russischen Rockband Picnic geplant war.

Nach Angaben der Veranstalter waren alle 6.200 Tickets verkauft worden. Vielen Zuschauern gelang es, die Halle zu verlassen, bevor die Angreifer eindrangen. Sie setzten Spreng- und Brandsätze ein und zündeten das Gebäude an. Die oberen Stockwerke der Halle brannten ab und das Dach stürzte teilweise ein.

Spezialeinheiten der Polizei, die das Gebäude auf der Suche nach Tätern betraten, wurden irgendwann wegen starker Rauchentwicklung gerufen.

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Der IS meldete, dass alle seine Kämpfer fliehen konnten.

Festnahme von Verdächtigen in der Nähe von Brjansk

Am Samstagmorgen sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Informationspolitik der Staatsduma, Alexander Chinschtein, dass Polizeibeamte zwei mutmaßliche Verdächtige des Terroranschlags festgenommen hätten. Nach den übrigen werde weiter gefahndet.

„Nach vorläufigen Informationen wurde der Renault, in dem die Verdächtigen fuhren, nachts in der Nähe des Dorfes Chatsun im Bezirk Karachinsky in der Region Brjansk entdeckt. Das Auto hielt auf Aufforderung der Polizeibeamten nicht an und versuchte zu fliehen“, schrieb er auf dem Telegram-Kanal.

Schußwechsel bei Verfolgung

Chinschtein fügte hinzu, dass es während der Verfolgung zu Schießereien gekommen sei und das Auto umgekippt sei. „Ein Terrorist wurde an Ort und Stelle festgenommen, der Rest verschwand im Wald. Als Ergebnis der Durchsuchung wurde gegen 03:50 Uhr (Ortszeit) ein zweiter Verdächtiger entdeckt und festgenommen. Die Suche nach dem Rest geht weiter. Alle Strafverfolgungsbehörden sind daran beteiligt“, fügte er hinzu.

Bei der Durchsuchung des Renault wurden eine PM-Pistole, ein Magazin für ein AKM-Sturmgewehr und Pässe von Bürgern Tadschikistans gefunden.

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Tadschikische Pässe sichergestellt - Passinhaber halten sich in Tadschikistan auf

Das Innenministerium Tadschikistans berichtete, dass drei Staatsbürger, deren angebliche Ausweispapiere über Telegram-Kanäle verbreitet wurden, nicht an der Begehung von Verbrechen in Russland beteiligt gewesen seien. Zwei von ihnen seien in ihrer Heimat, ein dritter arbeite als Taxifahrer in Samara.

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