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Wehrdienst: Wie viele Freiwillige braucht die Bundeswehr?

Bundeswehr-Werbung am Berliner Alexanderplatz, 06.01.2026
Bundeswehr-Werbung am Berliner Alexanderplatz, 06.01.2026 Copyright  Johanna Urbancik / Euronews
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Von Johanna Urbancik
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Die Bundeswehr soll verteidigungsfähig werden, und das möglichst schnell. Dafür reicht es nicht nur, neues Material zu beschaffen – auch die Truppe selbst muss deutlich wachsen.

Anfang Januar hat die Bundeswehr damit begonnen, Briefe an alle Männer und Frauen des Jahrgangs 2008 zu verschicken.

Allein in diesem Jahr sollen so rund 20.000 Freiwillige rekrutiert werden. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf ein Schreiben von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).

Eine konkrete Zahl, wie viele freiwillige Rekruten die Bundeswehr jährlich registrieren soll, wollte Pistorius offenbar bislang nicht nennen. Dahinter soll die Absicht gestanden haben, keine konkrete Festlegung zu treffen, die im Verlauf und am Ende des politischen Jahres einer Bewertung unterzogen worden wäre.

Im Vergleich zu 2025 gilt die Zahl 20.000 als ambitioniertes Ziel: Vergangenes Jahr meldete das Verteidigungsministerium einen Anstieg von rund 12.286 Freiwilligen, circa 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit dem Wehrdienst soll die Bundeswehr bis 2035 deutlich vergrößert werden: von derzeit rund 183.000 auf 255.000 bis 270.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. Zusätzlich sollen etwa 200.000 Reservisten aufgebaut werden.

Bedenken aus den eigenen Reihen

Dennoch hat die Union vor dem Beschluss des Neuen Wehrdienstmodells (NWD) Ende 2025 Bedenken geäußert. Der Gesetzesentwurf war zu "schwammig", gefordert wurden konkrete Zahlen, die ins Gesetz verankert werden sollten. Denn nur so könne geprüft werden, ob Pistorius' Wehrdienstmodell erfolgreich ist und die Truppe wächst.

Dazu ist es am Ende beim NWD nicht gekommen. Sollte das Modell, basierend auf Freiwilligkeit, jedoch keinen Erfolg im Wachstum der Truppe zeigen, kann das Parlament gesondert eine Bedarfswehrpflicht wiedereinführen.

Um genügend freiwillige Rekruten anzuziehen, soll der NWD attraktiver für junge Menschen gestaltet werden. Dazu gehören ein Bruttogehalt von 2.600 Euro pro Monat oder Zuschüsse zum Führerschein nach einem Jahr Dienstzeit.

Laut einer YouGov-Umfrage vom Sommer steigt die Ablehnung gegen einen verpflichtenden Wehrdienst jedoch gerade bei jüngeren Befragten. Im Alter wächst die Zustimmung. Dennoch unterstützt eine knappe Mehrheit der Befragten (59 Prozent) die Wehrdienst-Reform mit verpflichtendem Dienst – besonders Union-Wähler mit 80 Prozent.

Wähler der Linken- und Grünen lehnen einen Pflichtdienst überwiegend ab. Lediglich 28 Prozent der Befragten wären im Ernstfall selbst bereit, in der Bundeswehr zu dienen.

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