Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Vom Frauenheld und Bodybuilder zum Islamisten: Schock-Prozess nach Todesfahrt in München

Nach der Todesfahrt in München, bei der eine 2-Jährige und ihre Mutter getötet wurden
Nach der Todesfahrt in München, bei der eine 2-Jährige und ihre Mutter getötet wurden Copyright  Matthias Schrader/Copyright 2025 The AP. All rights reserved
Copyright Matthias Schrader/Copyright 2025 The AP. All rights reserved
Von Euronews
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Beim Prozessbeginn in München kommen vielen die Tränen, als die Staatsanwaltschaft verliest, wie ein Mädchen und seine Mutter getötet sowie 44 weitere Menschen verletzt wurden. Der Angeklagte schweigt und zeigt eine verstörende Geste.

Elf Monate nach der schrecklichen Todesfahrt in München hat vor dem Oberlandesgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Islamisten Farhad N. begonnen.

Am 13. Februar 2025 - einen Tag vor der Münchner Sicherheitskonferenz - war ein Kleinwagen in eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi gerast. Die erst zwei Jahre alte Hafsa und ihre 37-jährige Mutter Amel erlitten so schlimme Verletzungen, dass sie im Krankenhaus starben. 44 weitere Menschen, die zum Teil meterhoch durch die Luft geschleudert worden waren, wurden teilweise sehr schwer verletzt.

Das Auto des Angreifers kam nur zum Stehen, weil sich überfahrene Opfer unter dem Mini Cooper verkeilt hatten. Bei den Details zur Schilderung des Tathergangs durch die Staatsanwaltschaft konnten viele Menschen im Gerichtssaal ihre Tränen nicht zurückhalten, wie DIE ZEIT berichtet.

"Willkürlich ausgewählte" Menschen angegriffen

Dem Angeklagten - der aus Afghanistan stammt - wirft die Staatsanwaltschaft vor, "aus übersteigerter religiöser Motivation" gehandelt und "als Reaktion auf das Leid von Muslimen in islamisch geprägten Ländern" (...) "willkürlich ausgewählte" Menschen angegriffen zu haben.

Laut dem Spiegel war Farhad N. ein bei jungen Frauen beliebter Bodybuilder, der in den sozialen Medien Fotos von sich teilte, bevor er sich innerhalb weniger Monate radikalisierte. Der Rummel um ihn sei ihm zu viel geworden, soll der Angeklagte einem Freund geschrieben haben.

Verstörende Geste eines Narzissten?

Anders als die Verantwortlichen für mehrere andere Anschläge in Deutschland - wie bei der Messerattacke in Mannheim - haben die Justizbehörden keine Verbindungen des jungen Mannes zum sogenannten Islamischen Staat oder IS festgestellt.

Ein Verwandter soll Farhad N. als Narzissten bezeichnet haben, der "in seinen Body und seine Muskeln verliebt" gewesen sei. Vor Gericht schweigt der 25-Jährige zu den Vorwürfen, versteckt sich hinter einer roten Mappe. Er zeigt der Justiz und seinen Opfern, vor allem aber wohl den Fotografen und Kameraleuten nur symbolisch einen ausgestreckten Zeigefinger. Im Islam steht diese Geste für den Glauben an Allah, den einzigen Gott. Doch sie gilt auch als Erkennungszeichen unter Islamisten. Wieder geht es dem selbstverliebten Farhad N. offenbar nur um sich selbst.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Anschlag von München: Mutter und 2-jährige Tochter erliegen ihren Verletzungen

Bericht vom Tatort: Verdacht auf Anschlag in München

Mutmaßlicher Anschlag in München: Scholz fordert Abschiebung