Die AFCON 2025/26 steuert auf ein spannendes Finale in Marokko zu, doch in den Gastgeberstädten des Afrikacup geht es um weit mehr als nur um Fußball. In Casablanca und Rabat feiern Fans das Turnier als ein kontinentweites Fest.
Das "kleine Finale", das Spiel um den dritten Platz des Afrikacup, zwischen Ägypten und Nigeria ist in Casablanca ausgetragen worden.
Die nigerianischen Super Eagles haben gegen die Pharaonen die Bronzemedaille gewonnen und sich damit auf einen Platz auf dem Podium gespielt.
Außerhalb des Stadions blickten die nigerianischen Fans auf einen dramatischen Abend zurück.
Ein Fan betonte, dass seine Mannschaft trotz einiger kontroverser Momente ihre Qualität unter Beweis gestellt habe:
"Ich bin glücklich, und wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen, aber wir konnten es wieder nicht, weil uns ein Tor verweigert wurde. Es war natürlich ein Tor, aber das wurde uns verweigert. Und wieder einmal zeigt sich, wie gut wir in diesem Spiel waren. Wir waren in der Lage, weiterzumachen und uns im Elfmeterschießen durchzusetzen. Nichtsdestotrotz ist Nigeria Dritter in diesem Turnier geworden, und das ist gut und ein Pluspunkt".
Ein anderer Fan feierte einen entscheidenden Wendepunkt im Spiel:
"Unser Torwart hat den Elfmeter von Salah gehalten, und das ist der erste Erfolg in dieser AFCON, und wir sind glücklich. Wir hoffen, dass Marokko das Finale gewinnen wird."
Nigerias Bronzemedaille unterstreicht eine weitere solide AFCON-Teilnahme für eine Mannschaft, die in Afrika nach wie vor eine Referenz darstellt.
Einheimische Trainer an der Spitze
Einer der auffälligsten Trends bei der AFCON 2025 war eher an der Seitenlinie als auf dem Spielfeld zu beobachten.
Alle vier Halbfinalisten, nämlich Marokko, Senegal, Ägypten und Nigeria, werden von jeweils einheimischen Nationaltrainern angeführt. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, wie sich das taktische Wissen und die Trainerfähigkeiten in den afrikanischen Verbänden entwickelt haben.
Während des Turniers besuchte Arsène Wenger, FIFA-Chef für globale Fußballentwicklung, die Technische Studiengruppe der AFCON 2025, in der Experten Daten, Taktiken und Trends aus dem Wettbewerb analysieren.
"Ich war beeindruckt von dem Niveau der Trainer", sagte Wenger. "Es zeigt, dass es keine Kluft mehr gibt und dass sich Informationen im modernen Sport heutzutage sehr schnell verbreiten und dass alle auf dem höchsten Niveau sind und die marginalen Unterschiede sehr gering sind."
Seine Einschätzung spiegelt eine breitere Verschiebung wider: Afrikanische Trainer prägen zunehmend den Spitzenfußball auf dem Kontinent und stehen ihren Kollegen auf der ganzen Welt in Sachen Vorbereitung, Anpassungsfähigkeit und taktischer Raffinesse in nichts nach.
Marokko gegen Senegal: Wer holt die Trophäe?
Nachdem Nigeria als Dritter feststeht, richten sich nun alle Augen auf das Finale: Marokko gegen Senegal.
Die Gastgeber werden versuchen, vom Heimvorteil und dem begeisterten Publikum zu profitierren, während Senegal viel Erfahrung, Körpereinsatz und eine lange Erfolgsgeschichte auf diesem Niveau mitbringt. Beide Mannschaften haben während des gesamten Turniers beeindruckt und sich gegenseitig sowie die anderen gegnerischen Mannschaften zu neuen Höchstleistungen angetrieben.
Die Frage ist nun einfach: Wer wird Afrikameister?
Während sich der Kontinent auf den Schlusspfiff der AFCON 2025 vorbereitet, geht es um mehr als nur den Pokal: Es geht um Fußball, Kunst, Identität und eine neue Generation afrikanischer Talente, auf dem Spielfeld und an der Seitenlinie.
Fußball, Kunst und Identität in Rabat
Die AFCON spielt sich nicht nur in den Stadien ab. In Rabat zeigt die marokkanische Künstlerin und Galeriegründerin Myriem Himmich den Besuchern und Besucherinnen aus aller Welt ihre Kreativität und Identität.
Himmichs Galerie setzt sich für marokkanische, afrikanische und internationale Künstler und Künstlerinnen ein. Sie hebt gemeinsame Emotionen und Geschichten hervor, die sich mit denen auf dem Spielfeld decken.
Ein besonders ins Auge fallendes Werk stammt von Jihane Hasswane, die die "Aura von Menschen und Ländern" durch lebhafte Kompositionen erforscht. Ihre Schmetterlinge erscheinen in den Farben verschiedener Nationalflaggen und symbolisieren Bewegung, Veränderung und die Vielfalt des afrikanischen Spiels.
"Wir sehen hier ein Kunstwerk von Jihane Hasswane, das sich mit der Aura der Menschen und der Länder beschäftigt", erklärt Himmich, umgeben von Leinwänden, die die Farben und die Intensität des Turniers widerspiegeln.
Von Galerien bis hin zu Straßenaufführungen spiegelt die Kulturszene Rabats die Energie der AFCON wider und erinnert daran, dass es bei diesem Wettbewerb ebenso sehr um Identität und Verbundenheit wie um Ergebnisse geht.