Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Mutmaßlicher Femizid in Andalusien – Opfer stand unter Polizeischutz

Demonstration zum Frauentag (Archiv 2018)
Demonstration zum Frauentag (Archiv 2018) Copyright  Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
Copyright Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
Von Jesús Maturana
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

In der südspanischen Stadt Alhaurín el Grande ist eine britische Frau getötet worden. Der mutmaßliche Täter stellte sich später der Polizei. Das Opfer stand im staatlichen Überwachungssystem für häusliche Gewalt – doch die Schutzmaßnahmen reichten nicht aus.

Die Rettungsdienste wurden am Samstag gegen 11:40 Uhr alarmiert, nachdem ein Nachbar Hilferufe aus dem Haus von V. H., einer Britin, gemeldet hatte, die in Alhaurín el Grande in der Provinz Málaga lebte.

Als die ersten Beamten der Guardia Civil am Tatort eintrafen, fanden sie das Opfer mit schweren Verletzungen am Hals vor. Das medizinische Personal bestätigte kurz darauf ihren Tod.

J. A. R., dessen genaue Beziehung zum Opfer von den Ermittlern noch nicht offiziell geklärt wurde, stellte sich freiwillig im Gefängnis von Alhaurín de la Torre. Aus den vorliegenden Quellen geht nicht hervor, ob er den Tatort unmittelbar nach dem Vorfall verließ oder ob zwischen der Tat und seiner Selbststellung einige Stunden vergingen.

Ein Überwachungsfall, der die Tragödie nicht verhindern konnte

Der Fall war im Viogen-System – dem polizeilichen Instrument zur Überwachung von Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt – aktiv registriert. Das Risiko wurde als gering eingestuft, doch es galten gerichtliche Auflagen, die es dem mutmaßlichen Täter untersagten, sich dem Opfer zu nähern oder mit ihr zu kommunizieren. Das Paradoxon ist offensichtlich: Trotz institutioneller Überwachung reichten die Schutzmaßnahmen nicht aus, um die tödliche Eskalation zu verhindern.

Sollte sich der Verdacht häuslicher Gewalt bestätigen – was die Behörden nach Abschluss der Ermittlungen entscheiden müssen –, würde sich die Zahl der in diesem Jahr ermordeten Frauen in Spanien auf fünf erhöhen. Seit 2003, dem Jahr, in dem die offizielle Erfassung dieser Verbrechen begann, stiege die Gesamtzahl der Todesopfer auf 1.347.

Wenn Sie selbst von Gewalt betroffen sind:

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet unter der Nummer 116 016 sowie per Online-Beratung rund um die Uhr vertrauliche und kostenlose Hilfe.

Weitere Unterstützung und Schutz finden Betroffene über die Frauenhauskoordinierung e.V., die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF) mit einer Übersicht freier Schutzplätze sowie den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff), der Beratungsangebote in Ihrer Nähe vermittelt.

Alle Angebote sind kostenlos, anonym und jederzeit erreichbar.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Hunde gestohlen, Besitzer entführt: Polizei stoppt schwedische Bande in Alicante

Andalusien nimmt Abschied von Opfern des tödlichsten Zugunglücks Spaniens

Zugunglück bei Barcelona: Rettungskräfte rücken zur Unfallstelle aus