Eine Schulleiterin soll einen Schüler im Unterricht geknebelt haben. Sie spricht von einem Missverständnis – die Justiz sieht das anders.
Eine Lehrerin in der nordgriechischen Stadt Serres ist zu 24 Monaten Haft verurteilt worden, weil sie einer Schülerin während des Unterrichts den Mund mit Klebeband zugeklebt hatte.
Die Anzeige wurde von einem Elternteil eingereicht.
Berichten zufolge gab die 60-jährige Lehrerin – zugleich Schulleiterin – zu, dem Schüler den Mund zugeklebt zu haben, weil er sich ungezogen verhalten habe. Sie erklärte, sie habe dies "aus Spaß" getan und der Schüler habe nichts dagegen gehabt.
Nach ihren Angaben habe sie das Klassenzimmer für einige Minuten verlassen und bei ihrer Rückkehr festgestellt, dass auch die Hände des Jungen gefesselt waren – offenbar von einem anderen Schüler.
Gegen die Lehrerin wurde ein Verfahren wegen rechtswidriger Gewalt und Körperverletzung gegen eine schutzbedürftige Person eingeleitet. Sie legte Berufung ein und wurde vorerst freigelassen.
Die Freiheitsstrafe von 24 Monaten kann durch eine Geldzahlung von 10 Euro pro Tag ersetzt werden.
Das Bildungsministerium wurde über den Vorfall informiert und teilte mit, die Umstände würden gründlich untersucht.